Armstrong ohne Angst vor Doping-Kontrollen

17.01.2001  |  Berlin (dpa) - Der zweifache Toursieger Lance Armstrong hat vor der Analyse seiner eingefrorenen Urin-Proben aus Doping-Kontrollen der vergangenen Frankreich-Rundfahrt keine Angst. «Ich bin sicher, sie werden nichts finden», erklärte der 29-jährige Texaner, der sich auf einer amerikanischen Internetseite enttäuscht über den Wechsel seines Team-Kollegen und Freundes Kevin Livingston zum Team Telekom äußerte.

Das sei, als wechsele der Golfkriegs-Generalstab «Colin Powell oder General Schwarzkopf ins kommunistische China», sagte Armstrong.

Die Pariser Richterin Sophie-Helene Chateau hatte die zur Vernichtung bestimmten Proben am 22. November 2000 beschlagnahmen lassen. Sie sollen im Rahmen des möglichen Verfahrens gegen das US Postal-Team nach der vom IOC noch nicht anerkannten neuen, französischen Methode, die die Gabe des als Blut-Doping-Mittels verwendeten Hormons EPO auch im Urin nachweisen kann, untersucht werden. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen bis Ende Januar bekannt gegeben werden.

«Die Analyse der Proben ist das Beste, was uns passieren kann. Wir haben nichts zu verbergen und warten gespannt auf das Ergebnis der Analyse. Danach kann das Kapitel geschlossen werden», erklärte Armstrong der Zeitung «USA Today». Obwohl der letztjährige Bezwinger Jan Ullrichs bemängelte, dass kein Vertreter seiner Mannschaft bei den Urin-Untersuchungen dabei sein wird, rechnet Armstrong nicht mit Unregelmäßigkeiten: «Die Franzosen sind darauf angewiesen, dass ihr Test glaubwürdig ist. Sie können die Resultate nicht frisieren, um uns zu kompromittieren.»

Den Wechsel seines treuesten Helfers Livingston an die Seite des vermutlich erneut härtesten Widersachers Ullrich hätte Armstrong «kaum glauben können». Livingston, den er als ersten Teamkollegen 1996 von seiner Krebserkrankung unterrichtete, hätte ihn «als Freund enttäuscht». Sportlich sei das Fehlen des Kletterspezialisten durch die Neueinkäufe Roberto Heras, Jose Luis Rubiera (beide Spanien) und Victor Hugo Pena (Kolumbien) mehr als ausgeglichen. Livingston, der kurzfristig bei Telekom noch Unterschlupf bekam, weil sein Engagement beim Linda Mc-Cartney-Team geplatzt war, nannte als Grund für den Wechsel indirekt finanzielle Hintergründe.

Armstrong, der 1996 an Hodenkrebs erkrankte, widersprach Meldungen belgischer Zeitungen aus der Vorwoche, dass er Frankreich aus Verärgerung über die Ermittlungen bis auf die Tour meide. Wahrscheinlich wird es bei der Murcia-Rundfahrt vom 7.-11. März zum ersten Aufeinandertreffen mit Ullrich kommen. Beim «Gipfeltreffen» der Toursieger in Südspanien will auch Marco Pantani (Italien) sein erstes Saisonrennen bestreiten.

Aber den sportlichen Wert des Kräftemessens der potenziellen Toursieger relativierte Ullrich, zurzeit mit seinem Telekom-Team im Trainingslager auf Mallorca: «Jeder hat sein eigenes Vorbereitungsprogramm und sicher wird keiner von uns Dreien bei der Murcia-Rundfahrt auf Sieg fahren können. Unser Abschneiden dort lässt noch wenig Rückschlüsse zu, ob wir vier Monate später die richtige Form haben.»

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hainan (2. HC, CHN)

Newsletter:

DATENSCHUTZ    |    KONTAKT    |    IMPRESSUM