McGrory/Gilmore gewinnen Bremer Sechstagerennen

17.01.2001  | 

Bremen (dpa) - Mit der knappsten Entscheidung in der 37-jährigen Geschichte endete das Bremer Sechstagerennen. Der australische Olympiasieger Scott McGrory (32) und sein für Belgien fahrender Partner Matthew Gilmore (39) siegten mit 421 Punkten hauchdünn vor Rolf Aldag/Silvio Martinello (Ahlen/Italien/420) und Andreas Beikirch/Andreas Kappes (Büttgen/Köln) mit 409 Zählern.

Sechs der zwölf Paare befanden sich nach 980 Kilometern und 5 900 Runden noch in derselben Runde. Für ein zweites Novum sorgten insgesamt 130 200 Besucher. Damit wurde die bisherige Rekordmarke von 127 100 übertroffen.

In der letzten Nacht kamen 11 800 Fans voll auf ihre Kosten. Bis fast 30 Minute vor Schluss der abschließenden 60-Minuten-Jagd lagen die Schweizer Bruno Risi/Kurt Betschart auf Rang eins. Doch im Endspurt hatten McGrory, Olympiasieger von Sydney mit der Zweier- Mannschaft, und Gilmore, Silbermedaillengewinner für Belgien in dergleichen Disziplin, den besten Überblick. Für die beiden gebürtigen Australier war es der jeweils dritte Sechstagerennen-Sieg und für Matthew Gilmore einer mit besonderer Bedeutung. Sein Vater Graeme Gilmore hatte 1973 mit dem Dortmunder Dieter Kemper ebenfalls in der Bremer Stadthalle gewonnen.

Ausgesprochen sauer war Publikumsliebling Andreas Kappes. Der gebürtige Bremer startete nach einer fünfmonatigen Dopingpause erstmals wieder in seiner Heimatstadt und verschlief die Endphase des spannenden Rennens. «Ich habe die letzten zehn Runden nicht mehr gespurtet, weil ich dachte, das Rennen sei zu Ende. Der sportliche Leiter Patrick Sercu stand mit der Pistole in der Hand bereits an der Bahn und ich war der Meinung, der will das Rennen bereits jetzt abschießen.»

Die rund 130 000 Zuschauer aus Bremen, dem Umland und auch aus dem Ausland wurden mit 420 Bussen, 570 Taxen und acht Sonderzügen in die Stadthalle transportiert. Mehr als 8 800 Hotelbetten wurden gebucht. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten 40 Techniker, 98 Garderobenfrauen, 100 Damen und Herren als Reinigungspersonal, über 700 Menschen im Gastronomiebereich, 100 Bühnenmitarbeiter und 150 Sicherheitskräfte.

Die Bremer Polizei registrierte nach Angaben der Pressestelle lediglich 15 Einsätze. Die Hallenordner hatten die Ordnungshüter um Mithilfe gebeten. Dabei gab es zwei Anzeigen wegen gefährlicher und vier wegen geringer Körperverletzung. «Es waren ganz normale Sixdays ohne große Ereignisse», lautete das Fazit der Polizei.

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