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27.06.2007 - Wiesbaden (dpa) - Die Doping-Diskussionen werfen auch ihre Schatten auf die deutschen Straßen-Rad-Meisterschaften in Wiesbaden.
«Das belastet die Veranstaltung. Das kann man nicht klein reden. Zumal ich auch als Organisationschef persönlich angegriffen wurde. Ich bin physisch ein bisschen gerädert und angespannt», sagte Udo Sprenger, Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Dem früheren Chef des Teams Nürnberger waren in der ARD-Sendung «Report Mainz» anonym flächendeckendes Doping und das Führen schwarzer Kassen vorgeworfen worden.
Sprenger reagierte mit einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden gegen Unbekannt und nannte Entlastungszeugen. Unterstützung bekam der 61-jährige Wiesbadener vom Ex-Profi und Sportlichen Leiter des Frauen-Profirennstalls Equipe Nürnberger Versicherung, Jens Zemke. «Das ist eine Lüge. Im Team Nürnberger wurde nicht flächendeckend gedopt», sagte Zemke, früher Fahrer im Team. Laut Sprenger hat es bei Nürnberger nur einen Dopingfall gegeben - und der wurde geahndet.
Die zahlreichen bekannt gewordenen Dopingverstöße im Radsport hatten die Arbeit der DM-Organisatoren beeinträchtigt. «Es gab im Vorfeld dadurch mit der Finanzierung Probleme, die wir aber lösen konnten. Wir sind im schwarzen Bereich», sagte Sprenger, der mit einem Etat von 300 000 bis 350 000 Euro kalkuliert. Trotz der Turbulenzen hofft er auf eine perfekte Veranstaltung. «Für uns steht jetzt die Meisterschaft im Vordergrund. Ich hoffe, es wird ein schönes Wochenende», erklärte der BDR-Vize. In der Favoritenrolle sieht er Stefan Schumacher und Fabian Wegmann (beide Gerolsteiner), sowie Patrik Sinkewitz und Linus Gerdemann vom T-Mobile Team.
Außenseiterchancen räumt Sprenger auf der anspruchsvollen 15,33 Kilometer langen Rundstrecke durch die Stadt und den Taunus Andreas Klier (T-Mobile) und Einzelkämpfer Jens Voigt (CSC) ein. Den Sprintern Erik Zabel (Team Milram) und Gerald Ciolek (T-Mobile) traut er eine Überraschung zu. Der OK-Chef will mit dem BDR-Präsidium entscheiden, ob Zabel trotz seines Doping-Geständnisses bei der Straßen-WM im September in Stuttgart starten darf. Vize-Präsident Wolfgang Schoppe hatte dem Berliner «Tagesspiegel» erklärt, ein Zabel-Start komme nicht in Frage, danach seine Aussage aber dementiert.
Vom Rundkurs, den die Frauen-Elite um Favoritin Judith Arndt (T- Mobile) auf eigenen Wunsch gemeinsam mit den Männern in Angriff nehmen wird, auch um mehr Medien-Präsenz zu erhalten, sind alle begeistert. «Die Strecke ist genial für Zuschauer, die an zwei Stellen die Fahrer 13 Mal im Schritttempo an sich vorbeifahren sehen können», sagte Zemke. Bei gutem Wetter werden 50 000 Zuschauer und etwa 800 Hobbyfahrer erwartet.
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