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28.06.2007 - (dpa/sid/Ra) - Schock für Alessandro Petacchi: Der deutsch-italienische Milram-Radrennstall hat seinen unter Dopingverdacht geratenen Sprintstar suspendiert. Eine entsprechende Meldung der "Gazetta dello Sport" bestätigte der italienisch-deutsche Rennstall gegenüber Radsport aktiv. Die Suspendierung erfolgte demnach "zum Schutze des Athleten", der beim Giro d"Italia positiv auf das Asthma-Mittel Salbutamol getestet worden war. Petacchi kann allerdings eine Ausnahmegenehmigung vorweisen. Diese gilt nur bis zum Grenzwert von 1000 Nanogramm. Der nach seinem Etappensieg am 23. Mai vorgenommene Test soll aber 1320 Nanogramm ergeben haben. Alle anderen vier Kontrollen beim Giro hatten die erlaubte Marke nicht überschritten. "Die Mannschaft hält sich an den Ehrenkodex der ProTour-Teams. Demnach sind wir verpflichtet, Petacchi bis zur Klärung des Falls zu suspendieren", sagte Milram-Manager Gerry van Gerwen.
Milram-Teammanager Gianluigi Stanga kündigte in Rom an, dass sein Kapitän schon am 2. Juli vor der Disziplinarkommission des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) angehört werden soll. «Wir werden alle Patientendaten mitbringen, um zu beweisen, dass keine Absicht vorlag», sagte Stanga. «Ich bin bereit, ihn so schnell als möglich vorzuladen», zeigte sich der Chef der CONI-Antidopingkommission, Ettore Torri, bereit, dem Wunsch nach einem schnellen Verfahren entgegengekommen. Milram rechnet mit einer Entscheidung bis zum Dienstag.
Der 33-Jährige, der das Asthma-Spray anwenden darf, bestreitet jegliches Doping. Er habe allenfalls einmal zu oft gesprüht, erklärte Petacchi den überhöhten Wert. Salbutamol gilt in hoher Dosierung als leistungssteigernd. Torri will vor dem Gespräch mit Petacchi einen Mediziner zu Rate ziehen. «Ich will wissen, ob Petacchis Erklärung plausibel ist», sagte Torri.
Kann Petacchi die Werte plausibel erklären, darf er sofort wieder starten. Wenn nicht, gibt der italienische Radsportverband den Fall zurück an den Radsport-Weltverband UCI, der dann über das Strafmaß entscheidet. Dann würde dem Sprinter eine Sperre von bis zu zwei Jahren drohen.
Der überhöhte Wert des Italieners vom 23. Mai war durch eine Zusatzkontrolle im IOC-Labor Barcelona bestätigt worden, die der Weltverband UCI angeordnet hatte. Allerdings konnte das spanische Labor nicht feststellen, ob das Mittel gesprüht wurde oder durch Injektionen in Petacchis Körper gelangte.
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