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29.06.2007 - (sid) - Matthias Kessler kann sich nur wenig Hoffnung auf Entlastung machen. Der Nürnberger Radprofi hat zwar die Öffnung der B-Probe beantragt, aus medizinischer Sicht dürften die Chancen angesichts eines Testosteron-Rekordwertes nur gering sein. "Dieser Wert ist hoch, aber nicht unmöglich. Wir müssen nun die B-Probe abwarten und uns erst Experten-Rat einholen", sagte sein Anwalt Michael Lehner dem sid.
Testosteron-Wert von 84,5:1
Lehner bestätigte eine ARD-Meldung, wonach bei der positiven Probe vom 24. April ein Testosteron-Wert von 84,5:1 im Verhältnis zu Epitestosteron vorgelegen habe. Der Grenzwert der Doping-Richtlinien liegt bei 4:1. Zum Vergleich: Bei der Überführung des US-Amerikaners Floyd Landis als Dopingsünder nach dem Gewinn der Tour de France 2006 lag ein TE-Wert von 11:1 vor.
"Ein TE-Wert über 15 bis 20 ist nach bisherigen Studien endogen nicht möglich", sagte Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln. Das heißt, dass der Körper diesen Wert nicht natürlich produzieren kann. Es lägen bisher auch keine Daten vor, dass Nahrungsergänzungsmittel derart hohe Testosteron-Werte aufweisen würden.
In Untersuchungen bei positiven Dopingproben habe es aber durchaus schon TE-Spitzenwerte von bis zu 400 gegeben. Diese extrem hohen Resultate seien in der Regel entstanden, "wenn die Substanz kurz vor der Probe zugeführt worden ist" (Schänzer), also kurz vor der Kontrolle gedopt wurde.
Im Fall Kessler wurde der Test unangekündigt einen Tag vor dem Frühjahrsklassiker Fleche Wallonne vorgenommen. Bei dem schweren Rennen durch die Ardennen hatte Kessler den vierten Platz belegt. Zwei Tage zuvor war beim Astana-Profi nach dem Amstel-Gold-Race eine Dopingprobe noch negativ ausgefallen.
Kessler hatte am Donnerstagabend bei der UCI die Öffnung der B-Probe beantragt. Bis zum Ergebnis bleibt der als Helfer von Alexander Winokurow und Andreas Klöden bei der Tour vorgesehene Nürnberger vom Team Astana suspendiert.
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