Profi-Radsport

Zusammarbeit mit Ferrari eingeräumt

Winokurow: "Ich bin kein Betrüger"

30.06.2007 - (sid) - Eine Woche vor Beginn der Tour de France hat Topfavorit Alexander Winokurow alle Dopinganschuldigungen entschieden zurückgewiesen. Dennoch räumte der Kasache eine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen italienischen Arzt Michele Ferrari ein. Der Astana-Teamkollege des letztjährigen Tour-Dritten Andreas Klöden betont aber, dass sich die Zusammenarbeit auf optimale Trainingsmethoden ohne Medikamentgebrauch beziehe.

Winokurow wird auch durch das jüngste Spiegel-Interview des Ansbachers Jörg Jaksche ins Zwielicht gebracht. Danach habe ihr gemeinsamer Manager Tony Rominger (Schweiz) den Teamchef von Liberty Seguros, Manolo Saiz, unter Druck gesetzt, Winokurow "besser zu betreuen".

Der Kasache, der bei der Tour auf den seit Mittwoch unter Dopingverdacht stehenden Helfer Matthias Kessler verzichten muss, wird seit eineinhalb Jahren von Ferrari betreut. "Ich arbeite mit Ferrari, na und? Das hat auch Armstrong getan. Ich weiß nicht, was daran verkehrt sein soll", sagte Winokurow der belgischen Sportzeitung Sportwereld.

"Hexenjagd" solle endlich aufhören

Dopingspekulationen waren entstanden, weil Winokurow im Training auf das Trikot seines Rennstalls verzichtet hatte. "Meines Wissens gibt es keine UCI-Regel, nach der Training in schwarzen Trikots verboten ist."

Ferraris Trainingsmethoden erinnere ihn an die der alten Sowjetschule: Zwei Trainingseinheiten pro Tag, alle drei Wochen ein Test. Ich habe festgestellt, dass ich dank seines Trainings Fortschritte sowohl am Berg als auch beim Zeitfahren gemacht habe. Ich denke nicht, dass ich damit gegen das UCI-Reglement verstoße, ich bin kein Betrüger."

Genervt zeigt er sich von täglich neuen Schlagzeilen aus der Dopingszene: "Es muss auch einmal genug sein. Die Hexenjagd muss schnell aufhören. Es ist eine Jagd, die von der UCI organisiert wird. Es ist Zeit, das Kapitel zu schließen und in die Zukunft zu schauen. Ich habe genug von all diesen Bekenntnissen, für die viel Geld bezahlt wird. Es ist wie im Film. Für 100.000 Euro reden einige Leute den Anklägern nach dem Mund."

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