Zitat der Woche:
"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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07.07.2007 - London (dpa/Ra) - Die in ihrer Geschichte noch nie so massiv von Doping-Diskussionen überschattete Tour de France hat mit dem erwarteten Prolog-Sieg von Fabian Cancellara (CSC) begonnen. Andreas Klöden (Astana)demonstrierte mit seinem zweiten Platz 13 Sekunden hinter dem Schweizer eindrucksvoll, dass er ein heißer Kandidat auf den Toursieg ist.
Zeitfahr-Weltmeister Cancellara gewann den 7,9 Kilometer langen Tour-Auftakt durch die Innenstadt Londons in 8:50 Minuten vor Klöden und dem US-Amerikaner George Hincapie (Discovery Channel/+23 Sek.). Cancellara, der auch den Tour-Prolog 2004 gewann, trägt auf der ersten Etappe Gelb, Klöden das Grüne Trikot. Die großen Erwartungen nicht erfüllen konnte bei seinem Heimspiel der Prologspezialist Bradley Wiggins (Cofidis). Der 27-jährige Brite wurde zeitgleich mit Hincapie Vierter. Ebenfalls nicht zufrieden sein konnte Alexander Winokurow, der Topfavorit auf den Gesamtsieg. Für den Teamkollegen von Andreas Klöden reichte es mit 30 Sekunden Rückstand auf Cancellara nur zu Rang sieben, einen Platz hinter Tour de Suisse-Sieger Vladimir Karpets (Caisse d’Epargne). Eine starke Leistung zeigte der holländische Jungstar Thomas Dekker (Rabobank), der mit 9:21 Minuten Platz acht belegte.
Bei strahlendem Sonnenschein säumten in der britischen Hauptstadt Hunderttausende Zuschauer die Prologstrecke, die einer imposanten Stadtrundfahrt glich. Sie führte vorbei am Buckingham-Palace, Westminster und Trafalgar Square: Die Welt der Tour de France, die in ihrer 104-jährigen Geschichte zum dritten Mal zu Gast in England ist, schien an diesem Tag in Ordnung. Pat McQuaid, der Präsident des Weltverbandes UCI, hatte unmittelbar vor dem Start angekündigt, fünf Topfahrer aus dem 189-köpfigen Fahrerfeld unter besondere Beobachtung zu stellen. «Ich garantiere ihnen, dass diese fünf Fahrer in den nächsten drei Wochen von uns besonders beobachtet werden», sagte McQuaid gegenüber der ARD.
Klöden, der bei der offiziellen Pressekonferenz Fragen zum Thema Doping nicht zuließ, unterstrich, dass sein Formaufbau passte. Noch nie in seiner Karriere konnte sich der Freund von Jan Ullrich so konzentriert und ohne Verletzungen und Krankheiten auf den Saisonhöhepunkt vorbereiten. Im Frühjahr unterstrich er mit seinen Siegen bei Tirreno-Adriarico und in der Sarthe-Rundfahrt seine erstaunliche Verfassung. Nach seinem zweiten Prolog-Platz verließ Klöden wortlos seinen Mannschafts-Bus und fuhr mit grimmiger Miene davon.
Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner, der im April den Frühjahrs-Klassiker Amstel Gold Race gewonnen hatte und sich für den Prolog so viel vorgenommen hatte, enttäuschte. Der 25-Jährige fuhr nur 9:35 und dürfte sich wohl von seinem Plan, in der ersten Tour-Woche ins Gelbe Trikot zu fahren, verabschieden. «Ich bin schockiert, wie schlecht es bei mir lief. Aber es gibt so Tage», sagte der Tour-Debütant. Sein Team-Kollege Markus Fothen (9:33) rechnet sich etwas im Gesamtklassement aus und war «zufrieden, dass es endlich losgegangen ist, und der Sport hoffentlich wieder im Vordergrund steht». Auch Linus Gerdemann vom Team T-Mobile machte in 9:28 eine gute Figur bei seiner ersten Tour.
Die französische Sportzeitung «L`Équipe», die im Verlag des Tour-Veranstalters ASO erscheint, erwies den Gastgebern eine besondere Ehre. Die Titelseite erschien in englischer Sprache mit der Überschrift: «God save Le Tour». Wie immer verteilte das Tour-Zentralorgan Sterne für die Favoriten: Alexander Winokurow erhielt als einziger drei Sterne. Klöden bekam zwei, ebenso wie der Franzose Christophe Moreau (AG2R) und dem Luxemburger Frank Schleck (CSC), die allerdings beide mit der heutigen Tagesentscheidung nichts zu tun hatten. Ebenfalls nicht unter die besten Zehn kam Tour-Mitfavorit Levi Leipheimer (Discovery Channel).
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