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"Man braucht keine Freunde, um ein Rennen zu gewinnen"
(Riccardo Ricco, zweifacher Tour-Etappensieger)
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11.07.2007 - (sid/Ra) – Für Erik Zabel hat es wieder nicht ganz gereicht. Der 37-jährige Milram-Kapitän musste den Tagessieg auf der vierten Etappe der 94. Tour de France dem Norweger Thor Hushovd überlassen. Der Kapitän des französischen Credit Agricole-Teams hatte beim vierten Massensprintfinale in Serie nach 193km zwischen Villers-Cotterets und Joigny die besten Beine.
Bei seinem insgesamt fünften Tour-Tagessieg verwies er nach 4:37:47 Stunden (41,69km/h) den Südafrikaner Robert Hunter (Barloworld) auf den zweiten Platz. Hinter Spaniens Ex-Weltmeister Oscar Freire (Rabobank) wurde Zabel Vierter. Das erneut gute Abschneiden der deutschen Teams unterstrichen Robert Förster (Gerolsteiner) und der Brite Mark Cavendish (T-Mobile) auf den Rängen sieben und zehn.
An der Spitze des Gesamtklassements liegt weiter der Schweizer Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara (CSC). Hushovd verdrängte dank seiner Zeitgutschrift Mitfavorit Andreas Klöden (Astana) vom zweiten auf den dritten Platz. Hushovd hat 29, Klöden weiter 33 Sekunden Rückstand auf Cancellara. „Es lief am Ende alles perfekt, obwohl ich mich am Anfang wegen Magenbeschwerden unterwegs vom Arzt behandeln lassen musste", sagte der 29-jährige Hushovd, der nach der Etappe vom Montag noch über Ischiasschmerzen geklagt hatte. Im Astana-Lager sah man den Verlust von Platz zwei für Klöden gelassen. "Diese kleinen Verschiebungen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht interessant. Wichtig ist nur, dass die Fahrer heil durch die Etappen kommen", sagte der sportliche Leiter Mario Kummer.
Das Grüne Trikot des Punktbesten behielt Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quick.Step), doch Zabel verkürzte den Rückstand auf zwölf Punkte. Das Grüne Trikot ist in Sichtweite“, so Zabel nach dem Rennen. „Damit hätte ich zu Beginn der Tour nicht gerechnet. Jetzt kommen viele Fahrer für das Grüne Trikot in Frage und es kann jeden Tag wechseln.“ Die Führung in der Bergwertung konnte Stephane Augé(Cofidis) behaupten. Der Franzose sicherte sich an der ersten von vier Tageswertungen der vierten Kategorie einen Punkt.
Zwei Tage nach dem 157km langen Ausreißversuch seines Milram-Teamkollegen Marcel Sieberg konnte sich Christian Knees für den Bremer Rennstall in Szene setzen. Der 26-jährige Bonner hatte sich 30km nach dem Start in der Picardie zusammen mit den beiden Franzosen Matthieu Sprick (Bouygues Telecom) und Sylvain Chavanel (Cofidis) sowie den Spaniern Juan Antonio Flecha (Rabobank) und Gorka Verdugo (Euskaltel) vom Feld absetzen können. Auf der Fahrt durch die Champagne nach Burgund fuhr die Spitzengruppe maximal knapp vier Minuten Vorsprung heraus.
Im Peloton ließ man die Ausreißer zunächst gewähren, wobei das Tempo auf leicht welligem Terrain nicht allzu hoch gehalten wurde. Schneller als auf der denkwürdigen Bummeletappe vom Vortag war die Tour-Karawane dennoch unterwegs. Der geringe Kraftaufwand reichte, um am Ende das erwartete Massensprintfinale zu inszenieren.
Die Fluchtgruppe wurde sechs Kilometer vor dem Ziel gestellt. Auf der insgesamt 156km langen Fahrt an der Spitze konnte Knees fünf Punkte für die Bergwertung sammeln. Die letzte der insgesamt vier Tages-Bergprüfungen der jeweils vierten Kategorie entschied der Rheinländer für sich, der Traum vom Tagessieg erfüllte sich indes nicht. "Leider sind meine Fluchtgenossen heute nicht so richtig mitgefahren. So sollte es nicht sein in der Spitzengruppe. Ich glaube, da hat keiner 100 Prozent gegeben – schade“ sagte Knees, der es wenige Kilometer vor dem Ziel noch mit einer – vergeblichen - Attacke versuchte: „Ich habe es dann am Ende probiert, aber das Ziel war einfach noch zu weit weg und wir hatten auch noch Gegenwind. Da ist es für das Feld immer einfacher, die Sache zu kontrollieren.“
Für den Spanier Xavier Zandio war die Tour nach einem schweren Sturz 124km vor dem Tagesziel beendet. Der Helfer von Mitfavorit Alejandro Valverde im spanischen Team Caisse d'Epargne musste mit einem Schlüsselbeinbruch aufgeben. Damit sind noch 186 der ursprünglich 189 Tour-Teilnehmer im Rennen. Die ebenfalls in diesen Sturz verwickelten Rémy Di Grégorio (Francaise des Jeux) und Inigo Landaluze (Euskaltel) konnten weitermachen. Das französische Klettertalent Di Grégorio, der sich an Ellbogen und Knie verletzte, musste im Finale reißen lassen und kam als Letzter Fahrer ins Ziel.
Am Donnerstag findet die Generalprobe für die Alpen-Passagen am Wochenende statt. Die erste anspruchsvollere Etappe mit acht Bergprüfungen im Morvan-Mittelgebirge wird im Weinbau-Ort Chablis gestartet und endet nach 182,5km in der alten Römerstadt Autun.
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