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(Riccardo Ricco, zweifacher Tour-Etappensieger)
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14.07.2007 - (Ra/dpa/sid) - Wahnsinnsritt von Linus Gerdemann auf der 7. Tour-Etappe. Der T-Mobile-Profi gewann die erste schwere Alpenetappe als Solist und holte sich sensationell das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Die Gruppe mit allen Favoriten, darunter auch die angeschlagenen Astana-Stars Andreas Klöden und Alexander Winokurow, passierte den Zielstrich mit fast vier Minuten Rückstand auf den 24-jährigen Münsteraner, der seit einiger Zeit in der Schweiz lebt.
Tour-Debütant Gerdemann, der als Vertreter des „neuen deutschen Radsports“ gehandelt wird, hatte sich aus einer 15-köpfigen Spitzengruppe, zu der auch Gerolsteiner-Profi Fabian Wegmann gehörte, gelöst und 20 Kilometer vor dem Ziel auch noch den Kasachen Dimitri Fofonow abgeschüttelt. Bei seinem eindrucksvollen Soloritt hinauf zum Col de la Colombière wäre Gerdemann einen Kilometer vor dem Gipfel fast zu Fall gekommen. Ein Motorrad hatte ihn behindert und ihm kurzfristig den Rhythmus geraubt. Doch die T-Mobile-Hoffnung ließ sich dadurch nicht beirren und siegte mit 40 Sekunden Vorsprung auf den Spanier Inigo Landaluze (Euskaltel).
Im Ziel in den Savoyer Alpen war Gerdemann erschöpft, aber überglücklich: "Die letzten 300m waren so schwer zu treten. Ich hatte überall Krämpfe und bin noch nie in meinem Leben so über mein Limit gegangen. Auf den nächsten Etappen werde ich aber weiter für unseren Kapitän Michael Rogers kämpfen", blieb der neue Mann in Gelb angesichts des größten Erfolgs seiner noch jungen Karriere bescheiden.
«Von einem solchen Erfolg habe ich nicht zu träumen gewagt. Es ist ein Sieg für das ganze Team. Gerdemann ist einer der am meisten getesteten Fahrer und er gibt uns Hoffnung. Aber erst etwas später werden wir wissen, ob wir wirklich von einem Neuanfang der Tour sprechen können», sagte T-Mobile-Team-Manager Bob Stapleton nach dem Triumph seines Jungstars.
Als zuvor letzter Deutscher war der Berliner Jens Voigt am 10. Juli 2005 im Mülhausen ins Gelbe Trikot gefahren. Gerdemann fährt nun als insgesamt 12. Deutscher in der 104-jährigen Tour-Gschichte in Gelb. Das Trikot hatte Rudi Altig 1962 erstmals erobert. Der spätere Weltmeister ist gemeinsam mit Jan Ullrich deutscher Rekordfahrer in Gelb, beide blieben jeweils 18 Tage an der Spitze des Gesamtklassements.
Beim Aufstieg ins Jura-Gebirge hatte sich das Feld weit auseinander gezogen, bevor sich nach rund 35 Kilometern eine erste Gruppe an der Spitze etablierte. Der Führungsgruppe schlossen sich kurz danach Wegmann, der schließlich Tagessechster wurde, und auch Gerdemann an, der bereits nach seinem Sieg bei der 2. Sprintwertung im Rhone-Tal im virtuellen Gelben Trikot fuhr. Die Ausreißer hatten teilweise rund acht Minuten Vorsprung und blieben bis zum Finale unter sich.
Gerdemann führt jetzt mit 1:24 Minuten vor dem Landaluze, Andreas Klöden rangiert mit 3:39 Minuten Rückstand auf dem sechsten Platz. Die nach schweren Stürzen am vergangenen Donnerstag durch Verletzungen gehandicapten Astana-Stars Klöden und Alexander Winokurow hielten unerwartet gut mit. "Sie sind noch spät in der Nacht behandelt worden und haben wenig geschlafen. Wir müssen optimistisch bleiben", sagte Astana-Teamchef Marc Biver.
Während das rot-weiß-gepunktete Trikot von Berg-König Sylvain Chavanel (Cofidis) dank des komfortablen Punktvorsprungs des Franzosen nicht in Gefahr geriet, baute Tom Boonen (Quick Step) seinen Vorsprung im Kampf ums Grüne Trikot auf 15 Punkte vor Milram-Kapitän Erik Zabel aus. Der Belgier konnte die erste Sprintwertung des Tages 16 Kilometer nach dem Start vor Zabel gewinnen.
Am Sonntag beginnt die zweite Tour-Woche mit der ersten Bergankunft der diesjährigen "Großen Schleife". Von Le Grand-Bonard geht es über 165 Kilometer zur Touristen-Hochburg Tignes, wo das Ziel in 2068 Meter Höhe erreicht wird.
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