Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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15.07.2007 - (sid/Ra) - Ein sensationelles Intermezzo im Gelben Trikot samt Tagessieg am französischen Nationalfeiertag hat Shootingstar Linus Gerdemann einen Eintrag in die Annalen der Tour de France gesichert, auch wenn er nach dem sturzbedingten Ausscheiden seines T-Mobile-Kapitäns Michael noch nicht die Kapitänsrolle übernehmen soll. Der Verlust der Gesamtführung an den wie erwartet sehr aggressiv fahrenden Etappensieger Michael Rasmussen (Rabobank) hatte am Sonntag in Tignes für den weiter im Weißen Trikot des besten Youngsters fahrenden Westfalen eher beiläufigen Wert.
Rogers Hoffnungen auf eine Top 10-Platzierung endeten rund 60km vor dem Ziel in einem Graben bei der Abfahrt vom Cormet de Roseland. Schon 35km nach dem Start war sein in gleich mehrere Stürze der ersten Tour-Woche verwickelte Team-Kollege Mark Cavendish ausgestiegen. Später erwischte es auch noch Marcus Burghardt, der entgegen ersten Befürchtungen aber weiterfahren konnte. "Heute sind alle am Limit gefahren. Das Ausscheiden von Rogers hat natürlich unser ganzes Konzept durcheinander gebracht. Wir hatten vor, das Gelbe Tag in den Ruhetag zu retten", sagte Sportdirektor Rolf Aldag..
Auf dem Weg der Besserung befinden sich die am vergangenen Donnerstag bei Stürzen verletzten Astana-Stars Andreas Klöden und Alexander Winokurow, die beide in einer der Verfolgergruppen ankamen. Allerdings wurde Klöden im Finale zu seinen schwächelnden Kapitän Winokurow zurück beordert und verpasste so eine bessere Platzierung. Mit Winokurow im Schlepptau kam Klöden mit 4:29 Minuten Rückstand auf Platz 18 ins Ziel, 36 Sekunden vor Gerdemann. "Ich muss mich bei Andreas bedanken, er hat viel für mich gearbeitet“, sagte Winokurow, der nach eigenen Angaben "mit großen Schmerzen" das Ziel ereichte.
Bei der ersten Bergankunft der diesjährigen "Großen Schleife" fuhr Rasmussen nach 165km zwischen Le Grand Bornand und Tignes souverän auf das Siegerpodest in Europas höchstgelegener Gemeinde. Der 33-jährige Däne, wegen seiner schmächtigen Figur „Chicken“ genannt, kam mit 2:47 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Iban Mayo (Saunier) an. Dritter wurde desen Landsmann Alejando Valverde (Caisse d’Epargne).
Hektische Attacken, zahlreiche Stürze und viel Engagement aus dem deutschen Lager prägten am Sonntag die 8. Etappe. Zu den Sturzopfern gehörte der Australier Stuart O'Grady (CSC), der mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste. Rogers schien bei der Abfahrt vom Cormet de Roselend Glück im Unglück gehabt zu haben. Der Australier knallte gegen die Leitplanke, konnte die Fahrt aber mit Schmerz verzerrtem Gesicht zunächst fortsetzen. 29 Kilometer vor dem Ziel musste der dreifache Zeitfahr-Weltmeister von Weinkrämpfen geschüttelt dann mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch doch vom Rad steigen.
Dabei hatte der Tag für Rogers zunächst gut begonnen. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister hatte sich mit dem Berliner Jens Voigt (CSC) früh an die Hinterräder der Ausreißergruppe um Stefan Schumacher (Gerolsteiner) und Marcel Sieberg (Milram) geheftet. Eine letztlich 15-köpfige Spitzengruppe diktierte danach das Tempo vor dem Hauptfeld, an dessen Spitze sich T-Mobile mit Gerdemann in Gelb präsentierte.
In der entscheidenden dominierte Rasmussen mit den Spaniern Antonio Colom (Astana) und David Arroyo (Caisse d’Epargne) an seiner Seite nach Belieben. Das Trio fuhr bis zu fünf Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz heraus. Im Schlussanstieg nach Tignes hinauf setzte Rasmussen schließlich die entscheidende Attacke. Keiner seiner beiden Mitausreißer konnte dem Kletterspezialisten folgen.
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