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18.07.2007 - (sid/Ra) - Ein vom Tagessieger Cedric Vasseur (Quick Step) angeführtes französisches Trio hat "Ausreißerkönig" Jens Voigt den Sieg auf der zehnten Etappe der 94. Tour de France verwehrt und sechs Stunden nach der Hiobsbotschaft von der positiven A-Probe bei Patrik Sinkewitz eine Erfolgs-Schlagzeile aus deutscher Sicht verhindert. Der 36-jährige Veteran Vasseur entschied die mit 229,5 km zweitlängste Etappe von Tallard in der Alpenregion nach Marseille vor seinem Landsmann Sandy Casar (Francaise des Jeux) für sich und feierte dabei zehn Jahre nach seiner zehntägigen Fahrt im Gelben Trikot seinen zweiten Tour-Etappen-Sieg.
Voigt wurde Fünfter. "Ich bin verzeifelt! Wenn die B-Probe von Patrik Sinkewitz positiv ist, ist es das Schlimmste, was uns zum jetzigen Zeitpunkt passieren konnte", sagt der Berliner, der erst kurz vor dem Start von der positiven A-Probe erfahren hatte. Ebenso wie Markus Burghardt vom T-Mobile Team, der den achten Platz mit 1:01 Minuten Rückstand belegte. "Die schlimme Nachricht hat mich zusätzlich motiviert, zu zeigen, dass man auch sauber gute Leistungen abliefern kann", sagte Burghardt, der die Ausreißergruppe durch eine Soloflucht gleich zu Beginn initiiert hatte.
Das Gelbe Trikot verteidigte der Däne Michael Rasmussen (CSC) erfolgreich. In Grün blieb Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quickstep) vor Milram-Kapitän Erik Zabel.
Der am Sonntag nach einem Sturz bei der "Großen Schleife" ausgeschiedene Sinkewitz war am 8. Juni fünf Wochen vor dem Tour-Start beim T-Mobile-Training positiv auf Testosteron getestet worden. Der 26-jährige Hesse wurde bei dem Bonner Rennstall mit sofortiger Wirkung suspendiert, T-Mobile wird trotz des Eklats die Tour fortsetzen.
Ungeachtet der negativen Schlagzeilen aus der Heimat setzten sich die deutschen Tour-Starter am Mittwoch besonders in Szene. Zum Tagessieg am Fußballstadion des achtmaligen Meisters Olympique Marseille reichte es aber nicht. Voigt, der auf den letzten 25km viermal vergeblich versuchte sich abzusetzen, war im Schlussprint chancenlos.
Im Hauptfeld erreichten Rasmussen sowie die Astana-Stars Andreas Klöden und Alexander Winokurow das Ziel. Rasmussen führt in der Gesamtwertung mit unverändertem Vorsprung vor den Spaniern Alejandro Valvere (Caiss d’Epargne/2:35 Minuten zurück) und Iban Mayo (Saunier Duval/2:39) sowie dem Australier Cadel Evans (Predictor-Lotto/2:41). Klöden folgt als bester Deutscher 3:50 Minuten zurück auf dem achten Platz. Die T-Mobile-Farben im Gesamtklassement vertreten der Luxemburger Kim Kirchen (5:06) und Alpen-Etappensieger Linus Gerdemann (6:45) auf den Plätzen zehn und 16.
Die angesichts des Sinkewitz-Eklats geschockten deutschen Kollegen waren am Mittwoch nach dem Start im Durame-Tal um Normalität bemüht. Nachdem ein erstes Flucht-Sextett um den Ukrainer Andrej Grivko (Milram) nach rund 20km wieder eingefangen worden war, hatte zunächst der Fabian Wegmann (Gerolsteiner) sein Glück versucht. Der deutsche Straßenmeister wurde nach nach zehn Kilometern aber wieder eingefangen. Dann konnte sich Burghardt erstmals präsentieren. Der 24-jährige Sachse hatte sich nach rund 50km alleine abgesetzt und den Bergpreis an der Cote de Chateauneuf gewonnen. Vor der ersten Sprintprüfung in Oraison (82,5km) war der am Vortag von einem Hund zu Fall gebrachte Burghardt von einer zehnköpfigen Verfolgergruppe eingeholt worden, in der Voigt und Griwko fuhren.
Die Ausreißer konnten sich auch deshalb schnell absetzen, weil keiner von ihnen dem Gelben Trikot gefährlich werden konnte. Bei hohem Tempo und hochsommerlicher Temperaturen fuhren die Ausreißer stets um rund zehn Minuten vor dem Peloton der Provence entgegen.
Am Donnerstag ist Marseille für die Tour-Karawane das "Tor nach Westen". In Frankreichs ältester Siedlung im Rhone-Delta beginnt die elfte Etappe, die durch die Provence parallel zur Mittelmeerküste verläuft. Auf den 182,5km zum Ziel in Montpellier gibt es zwischen zwei Sprintprüfungen nur eine Bergwertung der vierten Kategorie.
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