Profi-Radsport

Tour: Hunter gewinnt 11. Etappe

Astana hängt Moreau und Zabel ab

19.07.2007 - (dpa/sid/Ra) - Robert Hunter hat die zweite „Mittelmeer-Etappe“ der 94. Tour de France gewonnen. Der Südafrikaner vom Team Barloworld setzte sich auf dem elften Teilstück nach 182,5km zwischen Marseille und Montpellier im Schlussspurt einer kleinen Spitzengruppe vor dem Schweizer Fabian Cancellara (CSC) durch. Erik Zabel (Milram) verpasste auf der zweitflachsten Etappe der Tour die Punkteränge. Bitterer Tag auch für Christophe Moreau (AG2R): Die französische Tour-Hoffnung war bei einer Tempoverschärfung von Andreas Klödens Astana-Team unaufmerksam und verlor viel Zeit.

Seinen dritten Etappensieg 2007 verpasste Zeitfahr-Weltmeister Cancellara nur knapp. Nach 3:47:49 Stunden (48,06 km/h) musste sich der Schweizer nur Hunter geschlagen geben. Dritter wurde der Brasilianer Murilo Fischer (Liquigas), zeitgleich fuhr der Luxemburger Kim Kirchen (T-Mobile) auf den zehnten Platz.

Im Kampf um das Grüne Trikot konnte Tom Boonen (Quick Step) seinem Hauptkonkurrenten Erik Zabel keine Punkte abnehmen, obwohl er im Ziel 3:16 Minuten Vorsprung auf den Milram-Kapitän hatte. Der Ex-Weltmeister aus Belgien hatte im Massensprint der 11. Etappe von Marseille nach Montpellier keine Chance, weil er durch einen Sturz im letzten Kreisverkehr vor der Ziellinie in seiner Fahrt gebremst wurde. Im Ziel war er nur 37. - der Abstand zu Zabel in der Sprintwertung beträgt weiter 16 Punkte. Allerdings schob sich Tagessieger Hunter mit elf Zählern Rückstand auf Bonnen auf den zweiten Platz.

Zabel war mit dem Franzosen Christophe Moreau (AG2R) Haupt-Leidtragender einer Tempoverschärfung der Astana-Mannschaft, die 70 Kilometer vor dem Ziel die Schlagzahl plötzlich erheblich erhöht hatte. Der 37- Jährige aus Unna erreichte das Ziel in Montpellier nach 182,5 Kilometern mit 3:20 Minuten Rückstand auf die große Spitzengruppe, in der alle Favoriten außer Moreau fuhren.

Im Gesamtklassement gab es, abgesehen von Moreau, keine Veränderungen: Der 33-jährige Däne Michael Rasmussen (Rabobank) verteidigte sein Gelbes Trikot mit 2:35 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Spanier Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) und 3:50 auf den als Topfavoriten gehandelten Klöden. Moreau fiel hinter Klöden zurück, der jetzt Siebter ist. Beim 54 Kilometer langen Zeitfahren am 21. Juli in Albi am Fuß der Pyrenäen kann Klöden ins Gelbe Trikot fahren.

Der deutsche Meister Fabian Wegmann hatte sich bei der Fahrt durch das Languedoc verzweifelt um positive Nachrichten für sein Gerolsteiner-Team bemüht, das sportlich bei der Tour bisher nicht in der ersten Reihe fährt. Zusammen mit vier anderen Fahrern inszenierte er bei Halbzeit der Etappe einen Ausreiß-Versuch. Die Flüchtlinge hielten den Verfolgern aber nur bis 38 Kilometern vor dem Ziel stand. Vornehmlich durch das Bemühen der Astana-Mannschaft kam es wieder zum Zusammenschluss mit einer ersten Verfolgergruppe, in der sich Boonen zu diesem Zeitpunkt noch Hoffnungen auf seinen zweiten Etappensieg machen durfte..

«Ich bin sehr stolz, für mein Land den ersten Tour-Etappensieg in der Geschichte geholt zu haben. Das war sehr schwer und am Ende lieferten wir uns einen wahnsinnigen Sprint», sagte Hunter, der für das Team Barloworld, das per Wildcard die Starterlaubnis erhielt, den zweiten Etappenerfolg perfekt machte.

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