Zitat der Woche:
"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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25.07.2007 - Aubisque (dpa/Ra) – Die Chaos-Tour hat einen weiteren unrühmlichen Höhepunkt erreicht: Auf der Königsetappe durch die Pyrenäen hat Michael Rasmussen (Rabobank) die Konkurrenz mit spielerischer Leichtigkeit beherrscht und ist mit seinem zweiten Etappensieg dem von vielen mit Grausen erwarteten Toursieg ein großes Stück näher gekommen.
Gleichzeitig mit dem zweifelhaften Triumph des 33-jährigen Dänen am Col d’Aubisque war der Italiener Cristian Moreni vom Cofidis-Team am frühen Abend als Doper entlarvt worden. Rasmussen, der wie sieben andere Fahrer nach der 11. Etappe in Montpellier zur Doping-Kontrolle musste, die den zweiten positiven Befund nach Alexander Winokurow ergab, trägt dagegen weiter das längst befleckte Gelbe Trikot. Die Führung in der Gesamtwertung hatte er sich mit seinem ersten Etappensieg in Tignes in den Alpen geholt.
Unter den Pfiffen und Buh-Rufen der Zuschauer war Rasmussen am Morgen gestartet. Einen Tag nach dem Aus für Alexander Winokurow und dessen gesamtes Astana-Team verzögerten acht Teams, darunter die beiden deutschen Mannschaften T-Mobile und Gerolsteiner, aus Protest gegen Doping im Radsport demonstrativ den Start und gingen erst mit einer Minute Verspätung auf die Strecke.
Rasmussen, der von der Kritik an ihm völlig unberührt scheint, hat sein Zeitpolster im Ziel der 16. und schwersten Etappe der 94. Tour von Orthez auf den Aubisque über 218 Kilometer auf 3:10 Minuten vor dem Spanier Alberto Contador (Discovery Channel) ausgebaut. Dritter mit 5:03 Minuten Rückstand bleibt der Australier Cadel Evans (Predictor-Lotto), der als bester Zeitfahrer des Trios gilt. Contadors Teamkollege Levi Leipheimer, im Vorjahr noch in Diensten von Gerolsteiner, rückte auf 56 Sekunden an Evans heran. Die gegen den restlosen Verlust ihrer Glaubwürdigkeit anstrampelnde Tour wird wahrscheinlich am Samstag beim Kampf gegen die Uhr in Cognac über 55,5 Kilometer entschieden.
Die letzte Hatz durch die Pyrenäen bot den 150 noch im Rennen befindlichen Fahrern ein Profil von fünf Anstiegen. Das Ziel lag nach einer 17 Kilometer langen Steigung auf 1709 Metern Höhe auf dem Col d’Aubisque. Vier Ausreißer, darunter der in der Gesamtwertung aussichtsreich liegende Spanier Carlos Sastre (CSC) und der Kolumbianer Mauricio Soler (Barloworld), der bei dieser Tour ebenfalls zu einem seltsam anmutenden Höhenflug ansetzte, wurden von Rasmussen, Contador und Co. am Schlussanstieg gestellt. Dort fand zunächst eine bizarre Sprinter-Show der beiden Spitzenreiter statt. Contador attackierte wechselseitig mit Teamkollege Leipheimer das Gelbe Trikot, das aber niemals auch nur den Hauch einer Schwäche erkennen ließ und sämtliche Angriff der beiden Discovery-Fahrer parierte. Rund einem Kilometer vor dem Ziel setzte Rasmussen seinerseits die entscheidende Attacke und ließ Contador und Leipheimer regelrecht stehen. Der Kalifornier passierte 25 Sekunden nach dem ungeliebten Rasmussen und einige Sekunden vor dem ehemaligen Fuentes-Kunden Contador das Ziel. Dort rührte sich bei den Zuschauern kaum eine Hand zum Applaus für den Dänen.
Einen großen Zeitverlust musste Jens Voigt vom Team CSC einstecken, der unterwegs stürzte und sich vom Tour-Arzt behandeln lassen musste.
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