Profi-Radsport

Tour de France

Fothen nur von Bennati geschlagen

26.07.2007 - p>(sid/Ra) - Mit Markus Fothen (Gerolsteiner) und Jens Voigt (CSC) bestimmten zwei deutsche Radprofis in einer Ausreißergruppe zwar den größten Teil der 17. Tour-Etappe, den Sieg holte sich allerdings der sprintstarke Fluchtgefährte Daniele Bennati. Der Lampre-Profi setzte sich an Tag eins nach dem Ausschluss von Spitzenreiter Michael Rasmussen (Rabobank) im Schlussspurt nach 188,5km zwischen Pau und Castelsarrasin vor Fothen durch, der damit den insgesamt 56. Tagessieg eines Deutschen bei der Frankreich-Rundfahrt knapp verpasste. Ausreißerspezialist Voigt landete hinter dem Schweizer Martin Elmiger (Ag2R) auf Rang vier.

Der Kampf um das vakante Gelbe Trikot des vom eigenen Rennstall wegen starken Doping-Verdachts entthronten Rasmussen (Rabobank) hielt sich am Donnerstag in Grenzen. Der Däne war acht Tage mit zuletzt 2:23 Minuten Vorsprung auf den Spanier Alberto Contador (Discovery Channel) in Gelb gefahren, bevor dem zweimaligen Etappensieger falsche Angaben über seine Aufenthaltsorte bei unangemeldeten Trainings-Kontrollen zum Verhängnis wurden. Rasmussen wurde von Rabobank entlassen, weil er gegen Teamregeln verstoßen habe.

Contador, der im Verdacht steht, einer der Kunden des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes gewesen zu sein, geht mit 1:53 Minuten vor dem Australier Cadel Evans (Predictor-Lotto) auf die letzten drei Etappen. Dritter ist Contadors US-amerikanischer Teamkollege Levi Leipheimer (/2:49), als bester T-Mobile-Profi belegt der Luxemburger Kim Kirchen 11:36 Minuten zurück den siebten Platz.

Im Grünen Trikot des Punktbesten baute Tom Boonen (Quick Step) seinen Vorsprung vor dem Südafrikaner Robert Hunter (Barloworld) und Milram-Kapitän Erik Zabel (Unna) aus. Im Trikot des Berg-Königs fährt der Kolumbianer Mauricio Soler (Barloworld) den Champs-Elysees in Paris entgegen.

"Markus hat nichts verkehrt gemacht. Er musste so fahren, um Bennati wenigstens etwas zu überraschen. Man ist natürlich immer etwas enttäuscht, wenn es keinen Sieg gibt, aber der zweite Platz ist auch ein tolles Ergebnis," sagte der Gerolsteiner Teamleiter Christian Henn zum Abschneiden seines Kapitäns.

Bennati war der einzige "gelernte" Sprinter unter den Ausreißern. "Ich freue mich natürlich über den Sieg, auch wenn das heute nach den Ereignissen der letzten Tage etwas in den Hintergrund rückt. Wir sind über zwei Stunden Vollgas gefahren. Das war schon hart", erklärte der Italiener.

Voigt, der in der Konstellation der Spitzengruppe Außenseiter war, durfte sich immerhin über einen Trostpreis freuen. Der Mecklenburger wurde als "kämpferischster Fahrer" des Tages ausgezeichnet.

Die anfangs achtköpfige Ausreißergruppe hatte sich am Fuß der Pyrenäen gleich nach dem Start abgesetzt. Bei drei der fünf ersten Bergwertungen kleinerer Kategorie konnte Fothen punkten, an der Cote de Villecomtal (335m) und Cote de Mielan (283m) war der 25-jährige Niederrheiner Sieger.

Bei der anfangs sehr schnellen Fahrt mit Tempo 47km/h durch Aquitanien zeigten die Favoriten des Gesamtklassements im Peloton wenig Interesse, die Jagd auf die Flüchtlinge zu eröffnen. Bis 50km vor dem Ziel hatten die Ausreißer fast acht Minuten Vorsprung und fuhren ungefährdet dem Finale entgegen.

Die letzte "200er"-Etappe der 94. Tour de France ist am Freitag für die Sprinter prädestiniert. Auf den 211km zwischen Cahors im gleichnamigen Weinanbaugebiet der Region Quercy und der Departement-Hauptstadt Angouleme gibt es nur in der Anfangsphase vier Bergwertungen der jeweils 4. Kategorie.

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