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27.07.2007 - (sid/Ra) - Ein Franzose hat sich den Tagessieg auf der 18. Etappe der 94. Tour de France gesichert. Sandy Casar vom Team Francaise des Jeux setzte sich nach 211km auf dem letzten langen Teilstück der "Großen Schleife" zwischen Cahors und Angoulême im Schlussspurt einer Ausreißergruppe vor dem Axel Merckx (T-Mobile) durch. Für Casar war es der erste Etappensieg bei seiner sechsten Tour-Teilnahme.
Dritter wurde der Franzose Laurent Lefevre (Bouygues) vor dem Niederländer Michael Boogerd (Rabobank), der knapp 60km vor dem Ziel von einer Biene gestochen wurde und kurz behandelt werden musste. Axel Merckx blieb auch beim neunten und damit für ihn letzten Tour-Start seit 1998 ein Tagessieg verwehrt. Der 36-Jährige wird zum Ende der Saison seine Profikarriere beenden. "Es war noch einmal ein großes Erlebnis so weit vor dem Feld zu fahren. Überall haben Zuschauer meinen Namen gerufen. Das ist ein schöner Abschied von der Tour", sagte Merckx, der Casar als "verdienten Sieger" sah. "Endlich - auf diesem Moment habe ich lange gewartet", meinte Casar. Boogerd hatte aus Frust über den Ausschluss seines am Mittwoch noch im Gelben Trikot fahrenden Teamkollegen Michael Rasmussen schon an einen Ausstieg gedacht. Die Teamleitung überredete den 35-Jährigen, der sich viele Tage - letztendlich umsonst - für seinen Kapitän ins Zeug gelegt hatte, weiterzumachen. In Angoulême sprang wenigstens ein vierter Platz heraus.
Die Ausreißer waren rund 180km alleine unterwegs. Den Spurt des Hauptfeldes gewann mit fast neun Minuten Rückstand auf Casar der in der Punktwertung um das Grüne Trikot führende Belgier Tom Boonen (Quickstep) vor dem Südafrikaner Robert Hunter (Barloworld) und Milram-Kapitän Erik Zabel. Das Gelbe Trikot des Spaniers Alberto Contador (Discovery) war am Freitag nicht gefährdet. In der Gesamtwertung gab es auf den Spitzenplätzen keine Veränderungen. Contador, der als „A.C.“ ebenfalls auf der berüchtigten "Fuentes-Liste“ geführt wurde, führt weiter mit 1:53 Minuten vor dem Australier Cadel Evans (Predictor-Lotto) und 2:49 vor seinem Teamkollegen Leipheimer, der zumindest in der Vergangenheit Kontakte zu dem einschlägig bekannten italienischen Mediziner Michele Ferarri unterhalten haben soll.
Beim entscheidenden Zeitfahren am Samstag über 55km von Cognac nach Angouleme geht Contador als letzter Starter nach Evans und Leipheimer von der Rampe. Als Siebtletzter wird der Luxemburger Kim Kirchen (T-Mobile) starten.
Die letzte lange Tour-Etappe in diesem Jahr hatte im Anbaugebiet der Cahors-Weine ohne spektakuläre Szenen ihren Anfang genommen. Bei Temperaturen um 25 Grad Celsius blieben die Fahrer auf den ersten 13km zusammen. Erste Bewegungen im Feld gab es an der Cote de Salvezou, an der sich der Belgier Frederik Willems die drei Punkte für den Gewinn des Bergpreises der vierten Kategorie sicherte.
Der in einer vierköpfigen Frontgruppe fahrende Liquigas-Profi hatte 12km später Pech, als er wie auch sein Begleiter Sandy Casar einem Hund ausweichen musste und stürzte. Während Casar problemlos weiterfuhr, war für Willems die Flucht zu Ende. Sturzopfer wegen eines streunenden Hundes war schon auf der neunten Etappe nach Briancon in den Alpen Tour-Neuling Marcus Burghardt (T-Mobile) geworden.
Auf der Fahrt entlang der Dordogne konnte sich auch Merckx nach vorn orientieren. Bei Kilometer 36 hatte der Olympiadritte von Athen die Spitzengruppe eingeholt und setzte die Jagd durchs Perigord zusammen mit Casar, Boogerd und Lefèvre fort.
In der ersten Stunde legten die vier Fahrer 42,6km zurück, während die Favoriten im Gesamtklassement ihre Kräfte für den Kampf gegen die Uhr am Samstag schonten. Rund 50km vor dem Ziel betrug der Vorsprung fast 18 Minuten, womit die Vorentscheidung über den Ausgang des Tagesgeschehens in der Departement-Hauptstadt Angoulême gefallen war.
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