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22.01.2001 -
Berlin/Kopenhagen (dpa) - Für Bjarne Riis steht der Sieger der kommenden Tour de France so gut wie fest. «Wenn Jan wirklich will, gewinnt er die Tour. Er ist physisch der Beste von allen. Wenn er sich gut vorbereitet, kann eigentlich nichts passieren», sagte der Däne, der die Frankreich-Rundfahrt im Telekom-Dress 1996 gewann und Olympiasieger Jan Ullrich als damals Zweiten in die Beletage des Radsports einführte.
Als Ullrichs diesjährigen Haupt-Konkurrenten bezeichnete er den Gewinner der vergangenen beiden Jahre, Lance Armstrong. Riis: «An Marco Pantani glaube ich nicht mehr».
«Ich habe noch regelmäßig Kontakt zu Telekom und auch zu Jan, der mir Neujahrsgrüße übermittelte. Ich habe gehört, bei ihm läuft die Saison-Vorbereitung gut», sagte Riis, seit Saisonbeginn Team-Direktor der dänischen Mannschaft CSC World Online. Nach anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten - das Team des Internet-Anbieters stand vor dem Aus - scheint Riis jetzt fest im Sattel zu sitzen: «Das wurde alles nur aufgebauscht.»
Mit seinen Spitzenfahrern Laurent Jalabert (Frankreich), Bo Hamburger (Dänemark) und Rolf Sörensen (beide Dänemark) rechnet sich Riis, der seine Karriere im Vorjahr als «Sportinvalide» beendete, gute Platzierungen in den Weltcup-Rennen und in der Tour de France aus. «Wir können die Tour sicher nicht gewinnen. Aber Etappensiege und vielleicht das Grüne Trikot durch Jalabert sind drin», sagte der 36-Jährige, der in seinem Heimatland nach Doping-Beschuldigungen und wenig überzeugenden Dementis nicht mehr den Ruf genießt wie direkt nach seinem Husarenritt 1996.
«Ich hoffe, Jan ändert die Vorbereitung in diesem Jahr ein bisschen. Er müsste im Frühjahr auch ernsthaft einige Klassiker bestreiten. Den Giro d`Italia sollte er als Tour-Vorbereitung nur fahren, wenn er im April merkt, dass seine Form noch nicht so stimmt. Aber im Kopf ist das vielleicht nicht so einfach: Giro nur als Training. Darüber muss er sich im Klaren sein», sagte Ullrichs einstiger Lehrmeister, der mit seinem Team in der nächsten Woche ein Trainingslager in Spanien bezieht.
Riis zog sich bei der Tour de Suisse 1999 einen komplizierten Ellenbogenbruch zu, der seine Karriere beendete. Nach langen Verhandlungen hat die Unfall-Versicherung Riis zum Ende des vergangenen Jahres über vier Millionen Mark gezahlt, hieß es in Dänemark.