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12.08.2007 - Offenburg (dpa/Ra) - Mit dem «alten Fuchs» Erik Zabel ist immer noch zu rechnen. Der 37 Jahre alte Milram-Kapitän war nach 181,8 schweren Kilometern durch den Schwarzwald im Ziel in Offenburg der Schnellste und holte seinen insgesamt 13. Etappensieg bei der Deutschland-Tour.
Im Massensprint verwies Zabel den Spanier Jose Joaquin Rojas (Caisse d’Epargne) und den Australier Bradley McGee (Fdjeux) auf die Plätze. Unter den Geschlagenen war auch Gerald Ciolek (T-Mobile). Der U23-Weltmeister rutschte bei Tempo 70 an der Spitze des Feldes aus den Pedalen und vermied artistisch nur knapp einen Sturz, der fatale Folgen hätte haben können.
Mit seinem Sieg holte sich Zabel, der auf der ersten Etappe in Saarbrücken auf Rang drei gespurtet war, auch das rote Trikot des besten Sprinters von Robert Förster (Gerolsteiner). „Das ist ein tolles Gefühl“, strahlte Zabel im Ziel. „Im Finale habe ich versucht, den richtigen Weg zu finden und war die 200 Meter vorn.“
In der Gesamtwertung lief alles nach dem Wunsch von Vorjahresressieger Jens Voigt, der im Gelben Trikot Richtung Alpen fährt. Der 35-Jährige Berliner vom dänischen CSC-Team verteidigte auf der 3. Etappe von Pforzheim nach Offenburg die Führung im Gesamtklassement mit 27 Sekunden vor dem US-Amerikaner Levi Leipheimer (Discovery Channel). Voigt war nach dem Sieg seines Teams beim Mannschafts-Zeitfahren in Bretten über 42,2 Kilometer am Vortag an die Spitze gefahren. «Ich hoffe, ich kann die Königsetappe auf den Rettenbachferner in Tirol noch in Gelb in Angriff nehmen. Heute lief für uns alles optimal», freute sich Voigt im Ziel.
Alles läuft auf einen Showdown am 14. August auf der Alpen-Etappe nach Sölden hinaus. Dort hatte vor zwei Jahren Leipheimer auf 2671 Meter Meereshöhe gewonnen und dabei auch den chancenlosen Jan Ullrich hinter sich gelassen. «Vor dem Rettenbachferner habe ich ein bisschen Bammel. Man wird sehen, wie es da bei mir läuft», sagte Voigt. «Der Rettenbachferner entscheidet die Deutschland-Tour», prophezeite Leipheimer, der sich vor zwei Jahren den Gesamtsieg holte und sich im Vorjahr nur Voigt beugen musste.
Der 33-jährige Tour-Dritte, bis zum Vorjahr in Diensten des Gerolsteiner-Teams und nach dem Rückzug seines jetzigen Sponsors Discovery Channel am Saisonende womöglich arbeitslos, äußerte sich zu seinen wahren Ambitionen bei der Deutschland-Tour nur vage: «Eigentlich bin ich hier, um mich auf die Spanien-Rundfahrt vorzubereiten».
Ein Duo hatte sich zu Beginn der 3. Etappe in Szene gesetzt. Der Hannoveraner Christian Leben (Wiesenhof) und der Niederländer Niki Terpstra (Milram) setzten sich schon nach 16 Kilometern vom Hauptfeld ab. Leben musste im ersten schweren Anstieg hinauf zum Allerheiligen reißen lassen. Terpstra war erst bei der Abfahrt vom letzten großen Anstieg (Zuflucht) 45 Kilometer von einer drei Fahrer starken Verfolgergruppe um Matthias Russ (Gerolsteiner) gestellt worden. Terpstra wurde für seine lange Flucht am Ende des Tages mit dem Trikot des besten Bergfahrers belohnt. Aber auch die Zeit der neuen Spitzengruppe war schnell wieder vorbei. Das Feld, angeführt von einer wiederum sehr starken CSC-Mannschaft, schloss acht Kilometer vor Offenburg zu den Ausreißern auf. Der letzte Ausreißversuch von zehn Fahrern, unter ihnen Voigt und Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin, scheiterte 2500 Meter vor dem Zielstrich.
Wie am Vortag mussten sich zahlreiche Fahrer am Morgen wieder den Doping-Kontrolleuren des Weltverbandes UCI stellen. Bei 55 Fahrern, darunter die Gerolsteiner-Equipe, wurden Blut-Kontrollen vorgenommen. Alle Befunde waren ohne Auffälligkeiten.
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