Profi-Radsport

Deutschland Tour: Voigt verteidigt Gelb

Cunego sprintstärker als Rebellin

13.08.2007 - (sid/dpa/ra) - Damiano Cunego (Lampre) hatte den längsten Atem: Der Giro-Sieger von 2004 setzte sich im Schlussspurt der vierten Etappe der Deutschland-Tour im Sprint einer drei Fahrer starken Ausreißergruppe durch. Nach 183,8km von Singen nach Sonthofen siegte der 26-jährige Italiener vor seinem Landsmann Davide Rebellin (Gerolsteiner) und dem Spanier David Lopez Garcia (Caisse d’Epargne).

Das Gelbe Trikot trägt weiter Jens Voigt (CSC), der allerdings mit Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara und dem Giro-Zweiten Andy Schleck zwei wichtige Helfer verlor.

Voigt musste 20km vor dem Ziel am 1420m hohen Riedbergpass abreißen lassen, und kam mit fünf Sekunden Rückstand auf Cunego ins Ziel. Immerhin konnte der 35-jährige Berliner noch den Anschluss zum Tour-Dritten Levi Leipheimer (Discovery Channel) halten. Erik Zabel (Milram) erkämpfte unterwegs Punkte für die Sprint-Wertung, musste im Ziel sein Rotes Trkot aber an den spanischen Tagesvierten José Joaquin Rojas (Caisse d’Epargne) abgeben.

"Das war schwerer als erwartet. Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Ich musste zum Schluss viel arbeiten, um den Rückstand in Grenzen zu halten", meinte Voigt, der in einer 25-köpfigen Verfolgergruppe das Ziel erreichte. Zu den Ausfällen von Andy Schleck und Fabian Cancellara sagte CSC-Sportdirektor Kim Andersen: "Beide waren heute entkräftet. Wir wissen noch nicht genau, was sie haben. Vor allem der Ausfall von Schleck wiegt schwer. Bei Fabian war es so besprochen. Er hat schon seine Arbeit gemacht."

Schleck war als wichtigster Voigt-Helfer für die Königsetappe vorgesehen und sollte womöglich selbst in den Kampf ums Gelbe Trikot eingreifen. Der 22-jährige Luxemburger quälte sich am Montag 50km. Nachdem er sich aber viermal übergeben musste, beendete er das Rennen. Der Schweizer Zeitfahrweltmeister Cancellara war erst gar nicht mehr an den Start gegangen. Er hatte aber vor allem im Mannschaftszeitfahren am Samstag einen erheblichen Beitrag zum Sieg des CSC-Team geleistet.

"Morgen ist für mich der Tag der Wahrheit", sagte Voigt. Im Schlussanstieg zum Rettenbachferner wird sich am Dienstag herausstellen, ob der CSC-Kapitän wie beispielsweise im Vorjahr in St. Anton mit den Bergspezialisten mithalten kann. Voigts größter Rivale dürfte Leipheimer sein, der nur 27 Sekunden zurück im Gesamtklassement platziert ist. Der US-Amerikaner hatte bereits 2005 beim letzten Aufstieg zum Rettenbachferner triumphiert, damals übrigens vor Georg Totschnig und Jan Ullrich.

Ausruhen war für die Favoriten auf der vierten Etappe nicht angesagt: Das Feld schlug bei der Verfolgungsjagd auf die beiden Ausreißer Mariusz Witecki (Volskbank) und Piet Rooijakkers (Skil Shimano) ein hohes Tempo an und lag teilweise unter dem schnellsten Stundenmittel der Marschtabelle. Witecki/Rooijakkers hatten zwischenzeitlich zehn Minuten herausgefahren, wurden aber am Riedbergpass wieder eingeholt.

Bei der Abfahrt kam es dann zu zwei schweren Stürzen. Der Kolumbianer Rigoberto Uran (Unibet) versteuerte sich in einer Kurve und stürzte kopfüber in einen Gebirgsbach. Er wurde mit Schulter- und Gesichtsverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde der Bruch des linken Unterarms diagnostiziert. Auch der Österreicher Gerrit Glomser (Volksbank) kam zu Fall, blieb aber bis auf blauen Flecken und Hautabschürfungen unverletzt, wie Teamchef Thomas Kofler nach dem Rennen meldete.

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