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13.09.2007 - Bonn (dpa/Ra) - Der Staatsanwaltschaft Bonn liegen Informationen über Konto-Bewegungen zwischen Jan Ullrich und dem spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes vor. Zum Jahresbeginn 2004 sind von einem Schweizer Konto des ehemaligen T-Mobile-Kapitäns 25 000 Euro für Fuentes an die Genfer Filiale der Hongkonger HSBC-Bank überwiesen worden. Das bestätigte die Bonner Staatsanwaltschaft, die gegen den Tour-de-France-Sieger von 1997 wegen Betruges zum Nachteil seines ehemaligen Arbeitgebers T-Mobile ermittelt.
Zum Jahresbeginn 2006 soll es eine weitere Konto-Bewegung zur selben Bank, aber an eine andere Adresse gegeben haben, die im Detail noch nicht zuzuordnen ist, sagte Staatsanwalt Jörg Schindler der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch die bei einer Hausdurchsuchung bei Ullrich-Berater und Trainer Rudy Pevenage im belgischen Geraardsbergen sicher gestellten Unterlagen seien ausgewertet worden. Erkenntnisse daraus könnten aber wegen der laufenden Ermittlungen nicht mitgeteilt werden.
Durch einen DNA-Abgleich war bewiesen worden, dass 4,5 Liter Blut von Ullrich in neun Beuteln bei Fuentes lagerten. Der Olympiasieger von Sydney, der am 26. Februar vom aktiven Radsport zurücktrat, bestreitet allerdings weiterhin jede Form von Doping. Die Indizienkette scheint sich aber langsam zu schließen. Trotzdem kann die zuständige Staatsanwaltschaft noch keinen Termin einer möglichen Anklage-Erhebung nennen. Ein Prozess noch in diesem Jahr erscheint unwahrscheinlich.
«Wir haben den Fakt, dass Ullrichs Blut bei Fuentes lagerte, und wir haben den Fakt zumindest einer Zahlung von Ullrich an Fuentes. Daraus sind jetzt Schlüsse zu ziehen», sagte Staatsanwalt Schindler, der auf Indizien angewiesen ist, weil von der Ullrich-Seite keine Kooperation zu erwarten sei. Der Rechtsfall sei laut Schindler komplex: «Es geht hier nicht um Fahren ohne Führerschein.» Aber: «Durch den Beweis der Konto-Bewegung sind wir einen Schritt weiter.»
Schindler widersprach Vorwürfen, die Staatsanwaltschaft lege wegen der Prominenz Ullrichs besonderen Ehrgeiz an den Tag. Der Justiz wird laut Schindler bei Fällen von Prominenten oft vorgeworfen, entweder besonders hart oder besonders nachlässig zu ermitteln: «Für mich und meine Kollegen kann ich sagen, dass wir bei unserer Arbeit genau in der Mitte liegen.»
In Hamburg muss sich Ullrich in einem Prozess wegen Falschaussage gegen den Anti-Doping-Aktivisten und Molekularbiologen Werner Franke verantworten. Franke war gerichtlich zunächst untersagt worden, zu behaupten, Ullrich hätte an Fuentes für erhaltende Doping-Dienste 35 000 Euro gezahlt.
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