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20.09.2007 - Boston (dpa/Ra/sid) - 14 Monate nach seinem Sieg bei der Tour de France und knapp 16 Wochen nach seiner Anhörung vor der American Arbitration Association (AAA) ist der Floyd Landis wegen Testosteron-Dopings für zwei Jahre gesperrt worden.
Zu diesem Urteil kam das dreiköpfige Schiedsgericht der AAA in Los Angeles. Der Beginn der Sperre wurde rückwirkend auf den 30. Januar 2007 festgelegt. Zudem wird Landis der Tour-Sieg aberkannt. Somit ist er der erste Sportler in der 105-jährigen Geschichte der Frankreich- Rundfahrt, der nachträglich den Titel verliert.
Zwar räumte das Schiedsgericht in in seiner 84-seitigen Urteilsbegründung ein, dass der bei Landis durchgeführte und letztlich positiv ausgefallene Testosteron-Epitestosteron-Test nicht nach den Standards der Welt-Antidoping-Agentur WADA durchgeführt wurde. Aber eine anschließende, präzisere und teurere Untersuchung habe eindeutig einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln ergeben. «Allein diese Analyse genügt schon als Basis, um von einem Steroid-Missbrauch zu sprechen», erklärten die Richter. "Dieses Urteil ist ein Schlag ins Gesicht für alle Athleten. Ich bin unschuldig und das werde ich beweisen", kommentierte Landis das Urteil.
In ihrer Abstimmung hatten die Juroren Landis mit 2:1 Stimmen für schuldig gesprochen, auf der 17. Etappe der Tour de France im Juli 2006 mit Testosteron gedopt zu haben. Die Verteidigung des ehemalugen Teamkollegen von lance Armstrong hatte während der Anhörung im Mai darauf verwiesen, dass die nachträgliche Untersuchung der Landis-Proben im französischen Labor Chatenay-Malabry fehlerhaft gewesen sei und die Ergebnisse deshalb als «schlampig» bezeichnet.
Das Gericht betonte zwar, dass diese Fehler nicht ausreichten, um den positiven Test für ungültig zu erklären, stellte jedoch gleichzeitig klar, dass es in Zukunft durchaus Probleme mit ähnlichen Fällen geben könnte, wenn derartige Untersuchungspraktiken fortgesetzt werden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA betonte in einer ersten Stellungnahme, dass man das Urteil genau analysieren wird. «Und wie bei allen anderen Dopingfällen bewerten wir die Sanktionen so, wie sie beschlossen wurden», teilte die WADA weiter mit.
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