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21.09.2007 - Boston (dpa/sid/Ra) – Nach dem Urteil im Dopingprozess gegen den US-Amerikaner Floyd Landis hat dieser in einer ersten Reaktion nochmals seine Unschuld beteuert und dem Schiedsgericht vorgeworfen, ein“Fehlurteil“ gefällt zu haben.
«Dieses Urteil ist ein Schlag für jeden Athleten und Radsportler. Die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA war unfähig, die Hauptpunkte der Anklage zu beweisen. Das zeigt, wie fehlerhaft dieses System ist. Ich bin unschuldig, und wir haben das bewiesen», ließ Landis über die ihn vertretende Kanzlei Gibson, Dunn & Crutcher mitteilen. «Das Urteil ist eine Enttäuschung. Bei der Untersuchung wurden so viele Fehler gemacht, aber das Schiedsgericht hat all diese Ungereimtheiten ignoriert. Die Richter haben außerdem die Aussagen unserer Experten zu den Untersuchungen vernachlässigt. Es ist ein klares Fehlurteil», betonte Landis-Anwalt Maurice Suh.
Bereits bei der Anhörung vor der AAA im Mai hatte die Verteidigung darauf verwiesen, dass die nachträgliche Untersuchung der Landis-Proben im französischen Labor Chatenay-Malabry fehlerhaft gewesen sei, und die Ergebnisse deshalb als «schlampig» bezeichnet.
Eine Labor-Angestellte, die mehrfach positive Landis-Analysen vorgenommen hatte, hatte technische Fehler zugegeben. Das Gericht betonte aber, dass diese Mängel nicht ausreichten, um den positiven Test für ungültig zu erklären. Es warnte allerdings davor, dass es in der Zukunft durchaus Probleme mit ähnlichen Fällen geben könnte, wenn derartige Untersuchungspraktiken fortgesetzt würden.
"Er ist für schuldig befunden worden. Das beweist, dass unser Kontrollsystem greift", kommentierte Pat McQuaid, der Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, den Schuldspruch. „Nach unseren Regeln, wird Pereiro der Tour-Sieger.“ Der Spanier Oscar Pereiro (Caisse d’Epargne) hatte bei der Tour 2006 ursprünglich hinter Landis den zweiten Platz vor Andreas Klöden (damals T-Mobile) belegt. Klöden wird nach dem Landis-Urteil auf Platz zwei vorrücken.
Tourdirektor Christian Prudhomme zog umgehend die Konsequenzen aus dem Urteil. « Auf so ein Urteil haben wir lange gewartet, viel zu lang. Wir vertrauen unseren Testlaboren. Für uns war Landis schon nach dem Resultat der B-Probe nicht mehr der Sieger. Er hat uns betrogen», so Prudhomme. Durch die Aberkennung des Tour-Sieges ist Landis nach dem Franzosen Maurice Garin (1904) der zweite Sportler in der 105-jährigen Geschichte der Tour, der nachträglich den Titel verliert. Der Beginn der Sperre wurde rückwirkend auf den 30. Januar 2007 festgelegt.
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