Neue Doping-Ermittlungen gegen Marco Pantani

24.01.2001  | 

Trient (dpa) - Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt erneut wegen Dopings gegen Radprofi Marco Pantani. Der Staatsanwalt von Trient leitete Ermittlungen wegen «Sportbetruges» ein, nachdem Pantani in seinem Trainingslager in Riva am Gardasee von Carabinieri verhört worden war.

Dabei geht es um die Affäre beim Giro d`Italia 1999. Das italienische Radsport-Idol war als Spitzenreiter wegen überhöhter Hämatokritwerte aus dem Rennen genommen worden. Sein Blut hatte bei einer unangemeldeten Kontrolle den erlaubten Hämatokritwert von 50 Prozent fester Bestandteile im Blut deutlich überschritten. Der hohe Wert lässt auf Doping mit dem Hormon Erythropoietin (EPO) schließen.

Pantani war erst zum Jahresende wegen eines anderen Dopingfalles aus dem Jahr 1995 von einem Gericht im norditalienischen Forli zu drei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Ihn traf damit als ersten Sportler Italiens das weltweit härteste Anti- Doping-Gesetz in seiner Heimat. Er legte Berufung ein.

Dieses erste Urteil gegen den populären Glatzkopf geht auf den 18. Oktober 1995 zurück. Der Giro- und Toursieger von 1998 prallte beim Rennen Mailand-Turin bei einer Abfahrt frontal mit einem Jeep zusammen und wurde mit schweren Bein-Verletzungen ins Krankenhaus von Turin eingeliefert. Dort stellten die Ärzte vor der nötigen Operation einen überhöhten EPO-Wert von 60,1 Prozent fest.

In Italien ist neuerdings nicht nur die Einnahme von Doping- Mitteln strafbar, sondern auch die medizinische Anwendung verboten, wenn keine gesundheitliche Indikation vorliegt. Dopingsündern drohen Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen von umgerechnet 100 000 Mark.

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