Entscheidung am 30. November

Ullrich/Franke: Wird Fuentes vorgeladen?

02.11.2007  |  (dpa/sid/Ra) - Im Rechtsstreit zwischen Jan Ullrich und dem Heidelberger Molekular-Biologen Werner Franke wird das Hamburger Landgericht am 30. November sein Urteil fällen. "Bis dahin dauert die Beweisaufnahme. Es muss festgestellt werden, ob Herr Ullrich 35.000 Euro an Fuentes bezahlt oder nicht", sagte Frankes Anwalt Michael Lehner dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Franke hatte behauptet, Ullrich habe 35.000 Euro an Fuentes für Dopingmittel gezahlt. Dagegen hatte Ullrich eine Einstweilige Verfügung vor dem Hamburger Landgericht erwirkt.

Während der Verhandlung vor dem Hamburger Landgericht, sagte Franke aus, der Leiter der spanischen Ermittlungsbehörde Guardia Civil habe ihm gesagt, dass die von der Staatsanwaltschaft Bonn ermittelten 25 000 Euro nur die "Anzahlung in diesem Jahr waren, die Gesamtsumme war 120 000 Euro." Franke weiter: "Dafür habe ich prima Zeugen und das habe ich alles auch dem Bundeskriminalamt weitergeleitet."

Um das zu erhärten will sein Anwalt Michael Lehner den früheren Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage, Fuentes, die geständigen Dopingsünder Ivan Basso und Jörg Jaksche und den Ex-Telekom-Masseur Jef D`Hont als Zeugen vorladen.

«Eine umfassende Beweisaufnahme auf deutschem Boden zur Operation Puerto könnte interessant und spannend werden», sagte Lehner, der die Strategie des Ullrich-Lagers, nichts zu sagen und keine Stellung zu beziehen, als «Bumerang» bezeichnete. Es seien «immer häppchenweise immer neue Tatsachen» wie etwa die Lagerung von Ullrichs Blut bei Fuentes oder ein reger Zahlungsverkehr herausgekommen.


Die Frage ist, ob der Richter Franke folgt und eine externe Beweisaufnahme zulässt. Bis jetzt lehnte das Gericht die Aufhebung der Einstweiligen Verfügung ab, da Franke eine Tatsachenbehauptung aufstellte ("35.000 Euro"), die nicht in den vorliegenden Akten zu finden ist.

Ullrich-Anwalt Hotze betonte, in dem Prozess gehe es nur um eine einzige Aussage von Franke. Alles andere sei «nicht relevant für dieses Verfahren». Auf die Frage von Richter Buske, ob Ullrich Fuentes kenne und Ullrichs Blut bei dem Arzt gelagert worden sei, gab Hotze keine Antwort und zuckte mit den Schultern. Franke indes berief sich auf den Bericht der Guardia Civil über die Kunden von Fuentes, zu denen auch Ullrich zähle: «Wenn jemand hier einen anderen Schluss ziehen will, als dass diese Nummer eins der von Pevenage betreute Jan Ullrich ist, dann spreche ich ihm kombinatorische Intelligenz ab.»

Die Nummer zwei der Kundenliste, der frühere Giro-Sieger Basso, habe gestanden, pflichtete ihm sein Anwalt bei: «Jaksche ist Bella und hat gestanden.» Nur bei Ullrich solle es Zweifel geben: «Warum ist alles andere richtig und nur bei ihm stimmt es nicht?», fragte Lehner, der auch die Doping-geständigen Jaksche und Patrik Sinkewitz vertritt. Franke betonte nach dem Prozess, er sei immer wieder konsterniert durch diese «Tatsachen und Schlussfolgerungen missachtende Denkweise». Ullrich habe «wahnsinnig viel Blut gebunkert gehabt» und sogar auf das gleiche Fuentes-Konto überwiesen wie Jaksche.





Hamburg (dpa) -

«Dafür habe ich prima Zeugen und das habe ich alles auch dem Bundeskriminalamt weitergeleitet», sagte Heidelberger Doping-Experte Franke nach einer Verhandlung vor dem Hamburger Landgericht. Zudem will Frankes Anwalt Michael Lehner den früheren Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage, Fuentes, die geständigen Dopingsünder Ivan Basso und Jörg Jaksche und den Ex-Telekom-Masseur Jef D`Hont als Zeugen vorladen.

Eine Entscheidung, ob das Gericht unter Vorsitz von Andreas Buske die von Lehner angeforderten Zeugen vorlädt, wird für den 30. November erwartet. Dann wird der Rechtsstreit fortgesetzt. Während Franke selbst vor Gericht erschien, kam Ullrichs Anwalt Marcus Hotze ohne seinen berühmten Mandanten. «Das ist nicht der Weg, mit dem man Glaubwürdigkeit erzielen und Erfolg haben kann», kritisierte Lehner.

Ullrich hatte Franke per Einstweiliger Verfügung die Behauptung untersagen lassen, der Tour-de-France-Sieger von 1997 habe Fuentes im vergangenen Jahr 35 000 Euro zur Anschaffung von illegalen Substanzen gezahlt. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat mittlerweile eine Ullrich-Überweisung an Fuentes von 25 000 Euro bestätigt, weitere Gelder sollen nach Spanien geflossen sein.Franke erklärte, der Leiter der spanischen Guardia Civil habe ihm in Madrid gesagt, 35 000 Euro seien nur die «Anzahlung» in 2006 gewesen: «Die Gesamtsumme war 120 000 Euro». Ullrich hat stets bestritten, Kunde von Fuentes gewesen zu sein. Neun bei Fuentes gelagerte Blutbeutel - insgesamt 4,5 Liter - wurden durch eine DNA-Analyse allerdings eindeutig dem Ex-Kapitän des T-Mobile-Teams zugeordnet.


Ullrich-Anwalt Hotze betonte, in dem Prozess gehe es nur um eine einzige Aussage von Franke. Alles andere sei «nicht relevant für dieses Verfahren». Auf die Frage von Richter Buske, ob Ullrich Fuentes kenne und Ullrichs Blut bei dem Arzt gelagert worden sei, gab Hotze keine Antwort und zuckte mit den Schultern. Franke indes berief sich auf den Bericht der Guardia Civil über die Kunden von Fuentes, zu denen auch Ullrich zähle: «Wenn jemand hier einen anderen Schluss ziehen will, als dass diese Nummer eins der von Pevenage betreute Jan Ullrich ist, dann spreche ich ihm kombinatorische Intelligenz ab.»

Die Nummer zwei der Kundenliste, der frühere Giro-Sieger Basso, habe gestanden, pflichtete ihm sein Anwalt bei: «Jaksche ist Bella und hat gestanden.» Nur bei Ullrich solle es Zweifel geben: «Warum ist alles andere richtig und nur bei ihm stimmt es nicht?», fragte Lehner, der auch die Doping-geständigen Jaksche und Patrik Sinkewitz vertritt. Franke betonte nach dem Prozess, er sei immer wieder konsterniert durch diese «Tatsachen und Schlussfolgerungen missachtende Denkweise». Ullrich habe «wahnsinnig viel Blut gebunkert gehabt» und sogar auf das gleiche Fuentes-Konto überwiesen wie Jaksche.

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