Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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06.11.2007 - Berlin/Bonn (dpa) - T-Mobile droht das Aus.
Der Vorstand des Mutter-Konzerns Telekom tritt nach Informationen der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) noch in dieser Woche zusammen, um über das ProTour-Team zu beraten.
Dabei werde vor dem Hintergrund der neuesten Aussagen des ehemaligen
T-Mobile-Profis Patrik Sinkewitz, der über systematisches Doping im
Team auch noch während der Tour de France 2006 sprach, die Option
eines Ausstiegs geprüft.
Stefan Althoff, der Leiter Sponsoring der
Deutschen Telekom, erklärte am Montag gegenüber der FAZ (Dienstag-
Ausgabe), es gebe eine «neue Faktenlage, mit der man sich
auseinandersetzen muss». Es gebe einen gültigen Vertrag mit dem
Rennstall bis 2010, ergänzte Althoff. «Grundsätzlich kann man
Verträge immer kündigen, die Frage ist, zu welchen Konditionen.»
Der Sponsoringvertrag mit T-Mobile «steht offenbar auf dem
Prüfstand», deutete auch Christian Frommert, Leiter der Abteilung
Sponsoring-Kommunikation der Deutschen Telekom AG, in einem Interview
der «Frankfurter Rundschau» (Dienstag-Ausgabe) an. «Wir versuchen,
wie alle Antworten zu finden auf die Fragen, die alle umtreiben: Wer?
Wie? Wann? Denn nur auf Grundlage von Fakten können und werden wir
Entscheidungen treffen. Wir verfallen nicht in Aktionismus», meinte
Frommert. «In absehbarer Zeit» werde es eine Entscheidung geben.
«Wir können nicht so tun, als könnte es so weitergehen wie
bislang», sagte Althoff. «Es sind Dinge passiert, die von der
Bedeutung her in der Vergangenheit falsch eingeschätzt worden sind.
Wer hätte gedacht, dass in Freiburg solche Dinge vorgehen? Ich
nicht.»
Wenige Stunden zuvor hatte Teamsprecher Stefan Wagner der
Deutschen Presse-Agentur dpa erklärt: «Ich kann in keiner Weise die
Vermutung bestätigen, dass der Sponsor aussteigen will. Wir haben
Ende 2006 dramatische Änderungen herbeigeführt und einen neuen Weg
beschritten, den wir weiter verfolgen.»
Der in Doping-Nähe gerückte Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers
hat sich in der australischen Zeitung «Canberra Times» gewehrt. Jeder
wisse, «dass bei mir alles korrekt läuft. Die Wahrheit wird sich
durchsetzen», erklärte Rogers, der wie Sinkewitz 2006 im Tour-de-
France-Kader von T-Mobile stand und sich jetzt wie «durch den Wolf
gedreht» fühlt. Der Australier ist sich sicher, dass er die
Angelegenheit überstehen wird, «auch wenn in der ganzen Welt jetzt
Artikel über mich erscheinen, die meinem Image schaden und meine
sportliche Zukunft gefährden». Der Zeitfahr-Spezialist mutmaßt, dass
ihn Sinkewitz direkt beschuldigt hat und drohte dem Hessen
«ernsthafte Schritte» an.
Sinkewitz hatte bei seiner Beichte im «Sportstudio» und im
«Spiegel» keine Namen genannt, aber deutlich werden lassen, dass die
Praxis des Eigenblut-Dopings in der Freiburger Uni-Klinik auch
während der Tour 2006 nicht für ihn exklusiv geschaffen wurde.
Gemünzt auf den Team-Kapitän Rogers hatte der Anti-Doping-Kämpfer
Werner Franke erklärt: «Natürlich wird man immer dem, der am meisten
leisten soll, auch etwas geben. Der Sinkewitz will nichts sagen, weil
er auch Schiss hat.»
Rogers bestritt nicht, in Freiburg gewesen zu
sein, «aber nur für die üblichen Leistungstests».
Nach den umfassenden Aussagen des Ex-T-Mobile-Profis aus Fulda war
spekuliert worden, dass der Kommunikations-Konzern aus dem Doping
belasteten Profi-Radsport vorzeitig aussteigen will, obwohl im August
eine Verlängerung der Finanzierung bis 2010 postuliert wurde.
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