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"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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21.11.2007 - Denver (dpa/Ra) - Floyd Landis gibt nicht auf und zieht im Kampf gegen seine zweijährige Dopingsperre und die Aberkennung seines Gesamtsieges bei der Tour de France 2006 vor den Internationalen Sportgerichtshof. Der 32-Jährige hat offiziell das gegen ihn gefällte Urteil vor dem CAS in Lausanne angefochten. Die Anwälte des US-Amerikaners schickten ein neunzigseitiges Schreiben, in dessen Einleitung es heißt, dass Landis die permanenten Bemühungen zur Ausrottung des Dopings im Radsport voll unterstütze.
Die nicht öffentliche Anhörung vor dem CAS findet in den ersten Monaten des kommenden Jahres statt. Das Urteil der höchsten sportrechtlichen Instanz ist rechtskräftig und kann nicht angefochten werden.
«Um einen fairen Prozess zu gewährleisten und zum Schutz vor ungerechter Verurteilung einer Person für eine Sache, die sie nicht getan hat, muss das Anti-Doping-System eine adäquate Balance zwischen dem Bedürfnis nach Genauigkeit und Glaubwürdigkeit bei Laborergebnissen und Fairness im Sport finden», heißt es in dem Schreiben weiter.
Ein US-Schiedsgericht hatte Landis am 20. September mit 2:1-Stimmen für schuldig befunden, auf der 17. Tour-Etappe im vergangenen Jahr mit Testosteron gedopt zu haben. Der Toursieger war daraufhin rückwirkend vom 30. Januar 2007 an für zwei Jahre gesperrt worden. Zudem hatte der Radsport-Welt-Verband UCI den zweitplatzierten Spanier Oscar Pereiro umgehend zum Toursieger erklärt. Andreas Klöden rückte auf den zweiten Rang der Gesamtwertung vor. Landis hatte nach seinem 10:05-Minuten-Einbruch am Vortag am 20. Juli in Morzine eine erstaunliche „Wiederauferstehung“ gefeiert und mit 5:42 Minuten Vorsprung als Solist gewonnen.
Landis’ Anwälte hatten von einem «klaren Fehlurteil» gesprochen und die Untersuchungsmethoden des französischen Labors in Châtenay-Malabry kritisiert. «Wir werden erneut beweisen, dass bei den Untersuchungen gegen zahlreiche Regeln verstoßen wurde, so dass die Ergebnisse nichtssagend und fehlerhaft sind», betonte Landis-Verteidiger Maurice Suh. Der Kölner Doping-Experte Wilhelm Schänzer, der als Gutachter an dem Landis-Verfahren beteiligt war, hatte dagegen erklärt, die festgestellten Daten seien ausgezeichnet gewesen. «Ich habe keine Anhaltspunkte gefunden, dass schlampig gearbeitet wurde», sagte Schänzer.
Unmittelbar nach der Urteilsverkündung hatte Landis den Weg vor den CAS noch offengelassen. «Er schwankt zwischen seinem Wunsch, sich zu verteidigen und dem finanziellen und physischen Aufwand, den er aufbringen muss, um das alles noch einmal durchzustehen», hatte sein Anwalt gesagt. Der bisherige Prozess hat Landis rund zwei Millionen Dollar gekostet. Der Amerikaner versuchte unter anderem mit dem Verkauf von Autogrammkarten, die Kosten für das Verfahren aufzubringen.
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