Profi-Radsport

"Kein Dopingfall"

Gutachten entlastet Schumacher

26.11.2007 - (sid/dpa/Ra) – Der WM-Dritte Stefan Schumacher kann vorerst durchatmen. Der Gerolsteiner-Profi sieht sich durch eine Untersuchung von Prof. Walter Schmidt (Uni Bayreuth) vom Vorwurf des Dopings entlastet. Eine Trainingskontrolle sechs Tage vor dem WM-Straßenrennen in Stuttgart hatte bei dem 26-jährigen Lokalmatadoren einen Hämatokritwert von 50,5 Prozent ergeben. Schumacher durfte dennoch starten, nachdem ein weiteres Testergebnis unter dem erlaubten Grenzwert von 50 Prozent lag.

Für den erhöhten Wert hatte Schumacher eine Durchfallerkrankung verantwortlich gemacht. Diese Schlussfolgerung sei durch die Bayreuther Analyse bekräftigt worden. "Laut Professor Schmidt kann bei Durchfall der Wert um bis zu vier Punkte steigen", sagte der Nürtinger, dessen Normalwert zwischen 46 und 47 liegt. Nach Bekanntgabe des "positiven" Ergebnisses habe er sich "wie im falschen Film gefühlt", nun sei er erleichtert.

Zudem hätte laut Schumacher-Anwalt Michael Lehner eine Schutzsperre nur ausgesprochen werden können, wenn auch andere Blut-Parameter Grenzwerte überschritten hätten. Das sei nicht der Fall. Damit sei bewiesen, «dass es keinen Doping-Fall Schumacher» gibt.

Lehner bemängelte zudem mehrere Verfahrensfehler. So sei die Kontrolle am 25. September nicht wie vorgeschrieben "morgens auf nüchternen Magen" erfolgt, sondern erst am frühen Mittag. Die Analyse sei erst 30 Stunden später vorgenommen worden, nicht regelgemäß innerhalb von vier Stunden.

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