Profi-Radsport

Schumacher-Gutachten

Prof. Schmidt testete Durchfall nicht

Von Pit Weber

27.11.2007 - Wie wir in unserer Überschrift schon deutlich machten, hat Prof. Schmidt nicht die Auswirkungen einer Durchfallerkrankung auf den Hämatokritwert erforscht. "Der sid hat zwei Gutachten verwechselt", stellt Stefan Schumachers Pressevertreter Carsten Meyer fest. Radsport aktiv hat den Artikel des Sportinformationsdinestes deshalb nach hinten gestellt, belässt ihn aber zum Verständnis der Leser im System.


(sid/Ra) - Sportmediziner Prof. Walter Schmidt von der Universität Bayreuth hat klargestellt, dass sich Stefan Schumacher wegen eines zu hohen Hämatrokritwertes vor der WM nicht auf ihn als Kronzeugen berufen könne.

Er habe im Jahr 2000 eine Studie über "normale Veränderungen" des Wertes publiziert, sagte Schmidt dem Sport-Informations-Dienst (sid). Diese habe mögliche Schwankungen aus verschiedenen Gründen aufgezeigt, weshalb er dem vom Radsport-Weltverband UCI festgelegten Grenzwert von 50 durchaus kritisch gegenüberstehe: "Von Durchfall als einer eventuellen Ursache war dabei jedoch nicht die Rede."

Eine entsprechende Erkrankung hatte Schumacher von Beginn an für seinen leicht überhöhten Wert (50,5) sechs Tage vor dem Start verantwortlich gemacht; sein Normalwert liege "zwischen 46 und 47".

Der 26-Jährige durfte dennoch am WM-Straßenrennen von Stuttgart teilnehmen, nachdem ein weiterer Test wieder unter dem erlaubten Grenzwert lag. Der Gerolsteiner-Profi wurde Dritter.