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30.11.2007 - Hamburg (dpa/Ra) - Der Madrider Doping-Arzt Eufemiano Fuentes soll im Rahmen des Rechtsstreits zwischen Jan Ullrich und dem Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke in Spanien als Zeuge vernommen werden. Das entschied das Hamburger Landgericht. «Das ist ein Durchbruch. Bislang kam man nicht an Fuentes heran», sagte Franke der Deutschen Presse-Agentur dpa. Erstmals seien von Fuentes authentische Aussagen über sein Doping-Netzwerk zu erwarten: «Vielleicht sind ja auch Fragen nach anderen Sportarten erlaubt.»
Ullrich-Anwalt Marcus Hotze nannte die Entscheidung «eine gehörige Ohrfeige für Professor Franke». Dieser wolle nur «Publicity» und habe immer gesagt, die Klage werde abgewiesen. «Wir haben immer gesagt, die Behauptung von Herrn Franke ist falsch - und das bleibt auch so.»
Es sei ein Ziel des Verfahrens, Fuentes in den Zeugenstand zu bekommen, sagte Franke. Nach geltendem EU-Recht habe der Doping- Mediziner keinen Grund, die Aussage zu verweigern. Damit das Gericht ein Rechtshilfeersuchen an das spanische Justizministerium stellen kann, muss Franke einen Auslagenvorschuss von 1000 Euro zahlen. Zudem muss er den Spaniern Fuentes` Wohnsitze (Franke: «Drei in Madrid, einer auf Gran Canaria») nennen. «Ich hoffe, dass das die Wahrheitsfindung beschleunigt», erklärte Franke. Erst in mehreren Monaten werde der Fall dann wieder in Hamburg verhandelt, teilte das Gericht mit.
Franke und sein Anwalt Lehner wollten auch den früheren Ullrich- Betreuer Rudy Pevenage, den geständigen Fuentes-Kunden Jörg Jaksche, den wegen Dopings gesperrten Ivan Basso und Ex-Telekom-Masseur Jef D`Hont vorladen lassen. Dass das Hamburger Gericht diese mutmaßlich in den Fall Ullrich oder die Operation Puerto verwickelten Zeugen nicht zuließ, stört Lehner nicht: «Ich denke, die wollen zuerst den Fuentes, denn wenn er sagt, ich habe von Ullrich Geld bekommen, brauchen sie die anderen Zeugen nicht.» Lehner und Franke kündigten an, mit einem umfangreichen Fragenkatalog und einem eigenen Dolmetscher bei der Fuentes-Verhörung in Spanien dabei sein zu wollen.
In Spanien war der Fall Fuentes im März zunächst zu den Akten gelegt worden. Falls allerdings der oberste Gerichtshofs des Landes (Tribunal Supremo) feststellt, dass Blutdoping eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt, könnte die Operation Puerto neu aufgerollt werden.
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