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20.12.2007 - Berlin (dpa/Ra) – Im Zusammenhang mit den zahlreichen Dopingskandalen der jüngsten Zeit empfiehlt die behördeninterne Doping-Task-Force zwar dem Bund, keine Fördermittel von deutschen Sportfachverbänden zurückfordern. Diese Feststellung soll nach Ansicht von Peter Danckert (SPD), dem Vorsitzenden des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, aber nicht für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gelten.
Der BDR unter Führung von Präsident Rudolf Scharping müsse nach den Affären im deutschen Profiradsport einen Teil der in den letzten Jahren geleisteten Zuschüsse zurückerstatten. «Wenn nicht jetzt, wann dann?», sagte Danckert. «Der Bericht liegt noch nicht vor», sagte Scharping auf dpa-Anfrage. Er werde sich nach seiner Rückkehr von einer Auslandsreise dazu äußern.
Die Oppositions-Parteien FDP und die Grünen kritisierten den BDR ebenso. Winfried Hermann, sportpolitischer Sprecher der Grünen, erklärte, es dürfte im Bundesinnenministerium keinen «Freibrief» geben, jetzt «durch Inaktivität zu glänzen». «Die Task Force hat schwere Verstöße festgestellt, wurde aber wohl auch bedrängt zu schreiben: Alles nicht so schlimm», kritisierte Hermann. Der BDR hat für 2007 Bundeszuwendungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro erhalten; allein für das Leistungssportpersonal wurden 715 000 Euro bezahlt.
Die «Projektgruppe Sonderprüfung Doping» hat hingegen im Fall des BDR keine Rückforderungen erhoben. Nach ihren Erkenntnissen sei insgesamt zum Teil die Bedeutung einer ordnungsgemäßen rechtlichen Umsetzung des Codes der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) nicht erkannt oder unterschätzt worden. «Eine direkte Unterstützung von dopenden Sportlern konnte nicht festgestellt werden», lautet das Fazit. Im Rahmen des vorgeschlagenen standardisierten Verfahrens zur Überprüfung der Einhaltung der Anti-Doping-Bestimmungen werde jedoch insbesondere das künftige Verhalten der Verbände und Stützpunkte weiter zu beobachten sein. Im Einzelfall könnten dann eine Rückforderung oder zusätzliche Auflagen oder Bedingungen im Zuwendungsbescheid angezeigt sein.
«Die ersten Reaktionen der geprüften Institutionen belegen, dass es gut und notwendig war, die Projektgruppe einzurichten», sagte Schäuble. «Es hat sich gezeigt, dass alle Beteiligten sensibilisiert sind und die Dopingbekämpfung zur Chefsache erklärt haben.»
Überprüft wurden von der Task Force die olympischen Fachverbände, Stützpunkte des organisierten Sports sowie das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft. Insgesamt sind mehr als 50 Einrichtungen unter die Lupe genommen worden. Geklärt werden sollte, ob die Anti-Doping-Klauseln in den Zuwendungsbescheiden des Bundes in vollem Umfang erfüllt werden. Angeordnet hatte Schäuble die Überprüfung im Frühsommer nach einer Serie von Dopingbekenntnissen ehemaliger Radsportler und den Enthüllungen über Dopingaktivitäten von Sportmedizinern an der Universität Freiburg.
Die Projektgruppe hat zudem konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um die Unabhängigkeit des Doping-Kontrollsystems von etwaigen Verbandsinteressen zu erhöhen: Hierzu gehören die umfassende Inanspruchnahme des zum 1. Januar 2008 neu eingerichteten deutschen Sportschiedsgerichts, die Bündelung der Trainings- und Wettkampfkontrollen in der Hand der NADA sowie die Entscheidung über eine Anstellung bzw. Wiederanstellung von Trainern mit «Doping-Vergangenheit» durch ein Gremium des Sports anhand konkreter Kriterien.
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