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23.12.2007 - Berlin (dpa) - Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Peter Danckert, fordert vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) eine Rückzahlung von Zuwendungen aus dem Sportförderetat des Bundesinnenministeriums (BMI).
«Eine hohe sechsstellige Summe dürfte das in jedem Fall sein», sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete im Deutschlandfunk. Danckert kritisierte, dass der Abschlussbericht der Sonderprüfgruppe Doping des BMI die «gravierenden Verstöße des BDR gegen die Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur» herunterspiele. In dem Bericht wurde die Notwendigkeit von Rückzahlungen verneint.
«Diese Fakten müssen zu einer Rückforderung führen. Da geht gar kein Weg daran vorbei», erklärte er. Der BDR reagiere nach Einschätzung des Politikers auf die festgestellten «ganz klaren Verstöße» zu lax. «Die Anti-Doping-Kommission des BRD hat sich aufgelöst in Wohlgefallen. Nachfragen beim BDR werden nicht auf den Punkt genau beantwortet, da wird drum herumgeredet», meinte Danckert.
Auch die am 30. Mai eingesetzte neunköpfige «Task Force» des Ministeriums habe mit ihrem 117-seitigen Untersuchungsbericht den eigentlichen Arbeitsauftrag verfehlt, eine strenge Nachprüfung vorzunehmen und Konsequenzen zu empfehlen. Das werde am Beispiel des BDR deutlich. Danckert: «Ich kann das nicht verstehen, dass das alles bagatellisiert wird, es als `unbefriedigend` bezeichnet wird, wenn Entwässerungsmittel und Potenzmittel in den Medikamentenlieferungen dabei waren und man dann so einen lächerlichen Satz schreibt: `Das könnte ja vielleicht für Trainer, Betreuer oder Journalisten gedacht sein`.»
«Permanente Verstöße» gegen den Code der Nationalen Anti-Doping-Agentur habe es allerdings auch «quer durch alle Verbände» gegeben, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete. «Möglicherweise sind nachgeordnete Einrichtungen des BMI selber an dieser Schlamperei beteiligt, so dass man deshalb auch nicht bereit ist, Konsequenzen zu ziehen». Offensichtlich habe das Bundesverwaltungsamt in Köln jahrelang die jährlichen Verwendungsnachweise der olympischen Spitzenverbände «nicht regelgerecht» kontrolliert, erklärte Danckert. Deshalb scheue sich das Ministerium, Rückforderungen anzustreben.
Der Parlamentarier kündigte an, dass sich im neuen Jahr der Sportausschuss mit der «weißen Salbe» des Abschlussberichts beschäftigen werde. Auch wenn für Rückforderungen ausschließlich die Verwaltung zuständig sei, werde sich der Bundestag einzumischen haben: «Es sind Steuergelder, die zweckwidrig ausgegeben wurden. Das Parlament hat eine Meinung zu haben: sowohl die Haushaltspolitiker als auch die Fachausschüsse.»
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