Profi-Radsport

Interview mit dem Tour-Chef

Prudhomme: Denselben Fehler nicht zweimal machen

13.02.2008 - (sid) - Nach der Ausladung des Astana-Teams hat der Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme, gegenüber den fragenden Journalisten die Gründe für die Entscheidung offengelegt, und erklärt, warum das Team High Road hingegen starten darf.

Warum haben sie Astana von der Tour ausgeschlossen?

Prudhomme: Wir können nicht einfach vergessen, was in den letzten beiden Jahren passiert ist. Der Rennstall bestand 2006 zum Großteil aus Fahrern von Liberty Seguros, von denen viele in die spanische Doping-Affäre verwickelt waren. Folglich durften sie nicht starten. Ein Jahr später hat man uns erklärt, das sei ein neues Team, und wir haben ihnen vertraut. Wir wollen so einen Fehler nicht zweimal in Folge machen.

Aber es sind doch viele neue Fahrer und Betreuer bei Astana?"

Prudhomme: Das ist wieder die gleiche Geschichte. Sie beteuern, dass sie nichts mit der Vergangenheit zu tun haben. Die neuen Maßnahmen wie interne Dopingkontrollen sind sehr gut. Wenn es funktioniert, sehen wir weiter. Aber nicht diese Saison.

Zahlt jetzt Vorjahressieger Alberto Contador für den Doping-Verdacht, der ihn letztes Jahr umgeben hat?

Prudhomme: Das ist in keinster Weise eine Maßnahme gegen Contador. Wir sind natürlich nicht über die Gerüchte um ihn nicht froh, aber die Maßnahme richtet sich nur gegen die Mannschaft.

Warum haben sie nur Astana und nicht auch High Road, früher T-Mobile, bestraft?

Prudhomme: Das ist ein anderer Fall. Patrick Sinkewitz hatte vor der Tour gedopt (Testosteron, Anm. d. Red.). Und hätte man das Rennen schützen wollen, hätte man es auch vorher bekanntgegeben."

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