Profi-Radsport

Wegen unerlaubter Bluttransfusionen

CONI fordert zweijährige Dopingsperre gegen di Luca

27.02.2008 - Rom (dpa/sid/ra) – Giro-Sieger Danilo di Luca droht eine zweijährige Sperre. Der Chef der italienischen Anti-Doping-Kommission, Ettore Torri, stellte in Rom den Antrag, den 32-jährige Italiener wegen unerlaubter Blut-Transfusionen für diesen Zeitraum zu sperren.

Nach Angaben des Pressesprechers des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI), stützt sich das Verfahren auf eine von Torri nach der Königsetappe des Giro d`Italia 2007 zum Monte Zoncolan überraschend veranlassten Kontrolle. Bei dieser wurden unnatürlich niedrige Testosteron-Werte bei di Luca festgestellt. Sie reichten damals nicht für eine unmittelbare Verurteilung wegen Dopings aus.

Nach Prüfung der Werte durch Experten sowie Anhörung der von di Luca bestellten Sachverständigen hat sich Torri nun entschlossen, den ProTour-Gesamtsieger von 2006 wegen Verstoßes gegen den Paragrafen 2.2. des WADA-Codes, der Benutzung einer unerlaubten Methode, anzuklagen. Ihm werden unerlaubte Blut-Transfusionen unterstellt. Bei der Anhörung vor der Anti-Doping-Kommission konnte der Italiener im Dezember 2007 dafür keine plausiblen Erklärungen liefern.

Die Entscheidung über die Sperre muss nun das Sportgericht des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) fällen. Offen blieb, ob ähnliche Verfahren auch Gilberto Simoni , Eddy Mazzoleni und Riccardo Ricco drohen. Die drei Protagonisten des Giro waren ebenfalls Ziel der abendlichen Kontrolle nach der 17. Etappe gewesen.

Das Verfahren gegen di Luca dürfte Auswirkungen auf die Startliste des diesjährigen Giro d`Italia haben. Sein neues Team LPR war trotz alter Doping-Verstrickungen des Kapitäns - unter anderem war Di Luca bei der WM in Stuttgart gesperrt - von Giro-Direktor Angelo Zomegnan eingeladen worden. Er habe seine Strafe abgesessen, hatte Zomegnan die umstrittene Nominierung begründet.

Di Luca gilt als Wiederholungstäter. Er war erst im Oktober letzten Jahres zu einer dreimonatigen Sperre verurteilt worden. CONI-Chefermittler Torri hatte Di Luca Kontakte zum mutmaßlichen Dopingarzt Carlo Santuccione vorgeworfen, einem angeblichen Kontaktmann des Madrider Dopingarztes Eufemiano Fuentes, der im Mittelpunkt der "Operacion Puerto" steht.

Di Luca war zum Jahresbeginn vom ProTour-Rennstall Liqigas zum zweitklassigen LPR-Team gewechselt, für das nun auch sein Landsmann und zweimaliger Giro-Sieger Paolo Savoldelli fährt.

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