Profi-Radsport

Teilerfolg für UCI

ProTour-Teams rufen Sportgerichtshof an

05.03.2008 - (sid/dpa/Ra) - Nachdem sich die Fronten im Vorfeld von Paris-Nizza (9. bis 16. März) zwischen dem Weltverband UCI und dem Tour-Veranstalter ASO weiter verhärtet haben, soll nun der Oberste Sportschiedsgerichtshof CAS im Machtkampf entscheiden. Dies haben die in der IPCT zusammengeschlossenen ProTour-Teams am Mittwoch beschlossen.

In Briefen an die Profis, Teams und Sponsoren der 20 Rennställe, die ihren Start angekündigt haben, hatte UCI-Präsident Pat McQuaid scharfe Sanktionen gegen alle angedroht, die das durch die UCI für "illegal" erklärte Rennen bestreiten.

"Bei uns schlagen zwei Herzen in der Brust", beschrieb Hans-Michael Holczer die Situation. Der Gerolsteiner-Teamchef gehört dem Direktionskomitee der Profirennställe (AIGCP) an, das am Donnerstag in Paris erneut zusammentritt. Vor einer Woche hatte die AIGCP einstimmig für den Start votiert. Doch nun haben sich die Argumente der Sponsoren offenbar durchgesetzt, die es nicht zum Bruch mit der UCI kommen lassen wollen. Eine CAS-Entscheidung muss von allen Seiten akzeptiert werden. Sie dürfte wegen der Dringlichkeit bis Freitag fallen.

Die IPCT will den CAS entscheiden lassen, ob die Fahrer das Recht haben, an Paris-Nizza teilzunehmen, ohne Strafmaßnahmen befürchten zu müssen. Die UCI hatte mit Sperren bis zu sechs Monaten, Geldstrafen, dem Ausschluss von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen und dem Verlust des Versicherungsschutzes gedroht. «Die IPCT will nicht Teil dieses Konfliktes sein, muss aber die Interessen ihrer Mitglieder und der Fahrer schützen», hieß es in der Erklärung der Vereinigung.

Mit ihrem harten Druck hat die UCI damit einen Teilerfolg beim Versuch erzielt, die Mannschaften in letzter Stunde auf ihre Seite zu ziehen. Der UCI-Chef hatte auch die Einladung zu einem Vermittlungsgespräch mit Frankreichs Sportminister Bernard Laporte und dem Präsidenten des französischen Radsportverbandes, Jean Pitallier, für Donnerstag abgelehnt.

Eine grundsätzliche Entscheidung des CAS könnte auch Auswirkungen auf die Tour de France sowie den ebenfalls von der ASO organisierten Klassiker Paris-Roubaix haben. Weil der Veranstalter sich nicht in die ProTour-Serie eingliedern lassen wollte, fürchtet die UCI in dem seit Jahren schwelenden Konflikt nun die Entstehung einer unabhängigen Rennserie.