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17.03.2008 - Hamburg (dpa/sid/rsn) - Die kommende Tour de France scheint für die Deutschen unter keinem guten Stern zu stehen. Nach dem Startverbot für Andreas Klödens Astana-Team muss jetzt Vorjahres-Etappensieger Linus Gerdemann nach einem doppelten Beinbruch um seinen Tour-Start bangen.
Bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico stürzte der 25-Jährige vom T-Mobile-Nachfolger High Road schwer und zog sich einen Oberschenkelbruch, eine Schienbeinfraktur und tiefe Schürfwunden zu. «Meine Tour-Teilnahme wird sicherlich problematisch. Erst hieß es drei Monate Zwangspause, jetzt vielleicht sechs bis acht Wochen, aber ich werde nichts übereilen im Heilungsprozess», sagte Gerdemann der Deutschen Presse-Agentur.
Gerdemann wurde noch in der Nacht zum Montag von Italien nach Hamburg geflogen und im Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Boberg eingehend untersucht, erst danach soll ein Operationstermin festgelegt werden. "Ich fahre am Nachmittag hin und spreche mit dem Arzt. Linus macht jetzt das ganze Programm an Untersuchungen durch", sagte Sportdirektor Rolf Aldag dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Das ist natürlich ein großer Verlust für Rund um Köln und den Giro d'Italia. Aber im Moment wollen wir nicht so schwarz sehen und den Tour-Start schon abschreiben."
Für den Rundfahrtspezialisten, der bei der Tour 2007 für einen Tag das Gelbe Trikot getragen hatte, war der doppelte Bruch doppelt bitter. Nicht nur Gerdemanns Tour-Teilnahme ist akut gefährdet, auch seine Hoffnungen auf den ersten bedeutenden Gesamtsieg bei einem Mehretappenrennen blieben auf der Strecke. Im Zeitfahren in Italien stürzte der Münsteraner 1800 Meter vor dem Ziel, nachdem er den vor ihm gestarteten Danilo di Luca (LPR) überholt hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Gerdemann die Führung im Gesamtklassement übernommen. «Ich wäre nach den Zwischenzeiten wohl Zweiter im Zeitfahren hinter Cancellara geworden. Das hätte zum Gesamtsieg gereicht», so Gerdemann gegenüber Radsport news.
Trotz des schweren Sturzes, bei dem er die Absperrung touchierte und sich überschlug, schleppte sich Gerdemann ins Ziel und lag vor seiner Aufgabe nur 46 Sekunden hinter dem führenden Schweizer Fabian Cancellara (CSC). «Nach der Streckenbesichtigung dachte ich, dass ich die Kurve am Lenker fahren kann. Ich hatte rund 60 km/h drauf und bin irgendwie weggerutscht», schilderte der Pechvogel sein Unglück. Frühestens Anfang Mai kann er wieder mit dem Training beginnen - bis zum Tour-Start am 5. Juli in Brest wird es im Ringen um die Topform auf jeden Fall ein Rennen gegen die Zeit. "Als einer der absoluten Topfahrer wird er alle Unterstützung vom Team bekommen", erklärte Aldag: "Wenn er ein Rennen zur Vorbereitung braucht, wird sein Wunsch Vorrang vor den anderen Startern haben."
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