Profi-Radsport

Holczer: Wir brauchen die UCI

Teams wollen mit ASO Startverträge aushandeln

17.03.2008 - (rsn/dpa) – Der Weltverband UCI gerät im Konflikt mit dem Tourveranstalter ASO immer mehr in die Defensive. Nachdem die UCI in der vergangenen Woche vorläufig alle Kontakte zum Verband der Profiteams AIGCP abgebrochen hatte, hat sich dieser bei einem Treffen mit Vertretern der ASO vor dem Start der letzten Etappe von Paris-Nizza offenbar auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt, die es den Teams erlaubt, an allen ASO-Rennen teilzunehmen.

"Wir haben über die Einladungen zu ihren kommenden Rennen gesprochen”, sagte AIGCP- Vorsitzender Boyer dem Internetportal cyclingnews.com. „Die Teams möchten nicht dasselbe wie bei Paris-Nizza erleben, deshalb war dieses Treffen notwendig, und es lief gut.“

Nach Auskunft des Cofidis-Teammanagers habe sich die ASO offenbar entschieden, auch die kommenden französischen Rennen nach nationalem Recht auszutragen, darunter den Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix, die Tour de France sowie den Herbstklassiker Paris-Tours. Man habe sich nach den Startbedingungen erkundigt und nachgefragt, ob diese Rennen im selben Rahmen wie Paris-Nizza stattfinden würden. Boyer: „Es scheint, als ob dem so wäre.“ Die Teams werden nach den Worten des Cofidis-Teamchefs die Bedingungen für eine Teilnahme aushandeln, wie es vor Paris-Nizza geschehen wäre. Das sollte darüber hinaus für sämtliche von der ASO ausgetragenen Rennen gelten. Boyer: „Die ASO wird in ungefähr einer Woche die Einladungen zur ihren Rennen verschicken. Danach werden wir Startverträge für die ganze Saison unterschreiben. Wir können nicht einen Organisator boykottieren, dem die wichtigsten Rennen auf dem Kalender gehören.»

Wie Boyers Kollege Hans-Michael Holczer betonte, seien aus seiner Sicht die Teams nach wie vor an einer Einigung zwischen ASO und UCI interessiert. „Die Teams sind sich einig: Wir brauchen die UCI als übergeordnete Instanz und als Regulativ“, so Holczer gegenüber Radsport news. Der Gerolsteiner-Teamchef hält gleichwohl eine Neustrukturierung im Machtgefüge des Radsports für erforderlich. „Mein Vorschlag wäre, eine Lizenzkommission zu etablieren, die aus jeweils zwei Vertretern der UCI, der Veranstalter (angeführt von der ASO), der Teams (angeführt von der AIGCP) sowie einem Vertreter des Fahrerverbandes CPA bestünde.“

Die ASO hatte ihre Rennen aus der Verantwortung des Weltverbandes gelöst und unter die Regie des nationalen Verbandes FFC gestellt. Daraufhin hatte UCI-Chef Pat McQuaid den Startern des Traditionsrennens Paris-Nizza harte Sanktionen angedroht und den Kontakt zur AIGCP, der auch die deutschen Teams Gerolsteiner und Milram angehören, vorerst abgebrochen.