Zitat der Woche:
"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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19.03.2008 - Mailand (dpa/rsn) - Zusammengerechnet haben sie den Marathon-Klassiker fünfmal gewonnen: Viermal triumphierte Erik Zabel bei Mailand-San Remo, einmal Alessandro Petacchi. Im dritten Anlauf wollen die beiden Milram-Kapitäne die «Primavera» endlich als Team-Kollegen im Tandem gewinnen.
Die Chancen stehen nicht schlecht, trotz der großen Konkurrenz mit den üblichen Verdächtigen Oscar Freire (Rabobank), Fillippo Pozzato (Liquigas) oder Tom Boonen (Quick Step). Folgt der 37-jährige Zabel seiner Ankündigung von Januar, könnte er zum letzten Mal am Start seines Lieblingsrennens stehen: Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus und damit endet wohl auch seine Zeit als Radprofi.
Die Saison verlief für die Milram-Stars bisher zufriedenstellend, bei der Generalprobe Tirreno-Adriatico wurde das Teamwork getestet und mündete in Petacchis sechstem Saisonerfolg. «Beide sind sehr gut drauf und haben im Team die gleichen Rechte. Sie verstehen sich so gut und sind so professionell, dass sie sich im entscheidenden Moment abstimmen werden, wer für wen fährt. Da gibt es keine Differenzen», meint jedenfalls Gerry van Gerwen, der den Rennstall in dieser Saison als Manager übernommen hat. Über Zabels weitere Zukunft zu reden - ein Wechsel auf den Teamchef-Sessel könnte bevorstehen - lehnt der Niederländer ab: «Für solche Gedankenspiele ist es noch viel zu früh. Erik ist Profi und soll in diesem Jahr gut fahren.»
An eine klarere Rollen-Verteilung bei Milram glaubt Ex-Profi Erik Breukink («Zabel muss für Petacchi fahren»), Manager im Rabobank-Team des Topfavoriten Freire. Der dreifache Weltmeister aus Spanien hatte das Rennen an der Blumen-Riviera im vergangenen Jahr gewonnen und Zabel 2004 die bitterste Niederlage in San Remo beigebracht: Als der Berliner seinen vermeintlich fünften Erfolg zu früh bejubelte, drückte Freire sein Rad noch im allerletzten Moment als Erster über die Ziellinie. Es war eine der bittersten Stunden für Zabel in fast 16 Profijahren.
Vom möglichen Zweikampf zwischen Milram und Rabobank könnten das Quick Step-Duo Boonen und Paolo Bettini (San Remo-Sieger 2003), dessen italienische Landsleute Pozzato (Sieger 2006), (2003) oder Davide Rebellin profitieren. Der Gerolsteiner-Kapitän reißt mit seinem frischen Erfolg von Paris- Nizza im Gepäck an. Außenseiter-Chancen rechnet sich U23- Weltmeister Gerald Ciolek vom T-Mobile-Nachfolger High Road aus, obwohl er zum Finale von Tirreno-Adriatico am Dienstag in einen Sturz verwickelt war. «Ich habe im Winter viel daran gearbeitet, besser über die Berge zu kommen», sagte der 21-jährige Pulheimer, der als eines der größten Sprint-Talente gilt.
Richtige Berge stehen bei Mailand-San Remo zwar nicht im Weg. Aber die giftigen "Capi" an der Küste tun besonders wegen der ungewöhnlich langen Distanz der "Classicissima" (knapp 300km) richtig weh. Der Parcours der 99. Auflage des ersten Frühjahrs-Klassikers wurde in diesem Jahr sogar noch verschärft. Rund 100 Kilometer vor dem Ziel, das wegen einer Baustelle in der Via Roma aus dem Stadtzentrum an die Uferpromenade Lungomare verlegt wurde, ist mit dem Mania eine weitere Steigung eingebaut worden.
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