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22.03.2008 - San Remo (rsn/dpa) - Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara stand nicht unerwartet beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo ganz oben auf dem Treppchen. Überraschend dagegen war, dass Team Milram mit seinem Spitzen-Duo Alessandro Petacchi und Erik Zabel in der entscheidenen Phase des Rennens keine Rolle spielte und zu den großen Geschlagenen des Tages zählte. Dabei war es für beiden Sprinterlegenden vielleicht die letzte Chance, nochmals in San Remo zu triumphieren.
Zabel - Sieger in San Remo 1997, 98, 2000 und 2001 - stand zum 16. und wahrscheinlich letzten Mal am Start. Nur der italienische Campione Gino Bartali (17 Teilnahmen) war dem seit 1907 gefahrenen Rennen treuer. Ein 17. Start bei Zabels Lieblingsrennen («Das ist für mich wie Weihnachten für Kinder») ist nicht zu erwarten, weil der Vertrag des 37-Jährigen am Saisonende ausläuft. Der gebürtige Berliner hatte bereits bei der Milram-Team-Präsentation zu Jahresbeginn sein Karriere-Ende angekündigt – auch wenn er sich ein kleines Hintertürchen offen hielt.
Auch für seinen enttäuschenden Team-Kollegen Petacchi, der in San Remo 2005 triumphiert hatte, könnte es das letzte Mailand-San Remo gewesen sein. Am 2. April muss sich der 34-jährige Supersprinter dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in letzter Instanz stellen. Ihm droht eine Zwei-Jahres-Sperre wegen Dopings. Für diesen Fall hat Petacchi vor dem Start der diesjährigen «Primavera» in Mailand bereits seinen Rücktritt angekündigt.
Petacchi war beim vergangenen Giro mit erhöhten Kortison-Werten getestet worden. Da er ein Attest vorlegen konnte, war dem Ligurer die Benutzung des Medikaments gestattet. Allerdings hatte Petacchi die erlaubten Grenzwerte überschritten. Trotzdem sprach ihn der nationale Radsport-Verband frei, das Olympische Komitee CONI rief den CAS an und forderte ein Fahrverbot von 24 Monaten.
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