Rennen um Tour-Tickets beginnt für Aldag in Berlin

28.01.2001  | 

Berlin (dpa) - Das Rennen um einen der begehrten neun Plätze im Tour-de-France-Team hat für Rolf Aldag bereits begonnen - im Berliner Velodrom. «Ich wollte in der Vorbereitung mal etwas anders machen. Ausdauer habe ich, für die schnellen Beine sind Sechstagerennen gut. Es gibt wohl keinen bei uns im Telekom-Team, der auf verschiedenem Gelände wie ich 150 Km an der Spitze fahren kann», begann der 32 Jahre alte deutsche Straßenmeister aus Ahlen schon sechs Monate vor der Selektion für den Saisonhöhepunkt die Werbetrommel in eigener Sache zu rühren.

«Im vorigen Jahr bin ich kurz vorher als Zehnter rausgeflogen. Das war natürlich bitter. Diesmal streite ich mich um den neunten Platz mit Bölts, Heppner und Elli», meinte Aldag, der trotz der Enttäuschung vom Vorjahr - der Titel auf der Straße war ein Trostpflaster - gemerkt hat: «Es gibt auch ein Leben ohne Tour.» Der stets loyale Helfer im Team Telekom will unbedingt seine achte Tour-Teilnahme: «Darauf ist auch in diesem Jahr in der weiteren Vorbereitung alles ausgerichtet: Bayern-Rundfahrt, Deutschland-Tour, Tour de Suisse.» Davor will Aldag schon bei den Frühjahrs-Klassikern «Vollgas» fahren, seinem Freund Erik Zabel traut er in diesem Jahr einen Sieg bei der Flandern-Rundfahrt zu.

Trotz der Konkurrenz im eigenen Team sei ein Hauskrach nicht programmiert. «Wir verstehen uns alle gut, aber jeder will dabei sein», sagte Aldag, dem der Sprung ins Tour-Team 2001 nicht schwieriger vorkommt als vergangenes Jahr, obwohl mit dem einstigen Armstrong-Domestiken Kevin Livingston (USA) ein sicherer Tourstarter zusätzlich ins deutsche Top-Team geholt wurde. Auch wenn es wieder nicht klappen sollte, will Aldag seine Karriere («vielleicht noch zwei, drei Jahre») bei Telekom beenden: «Ich mache keine Experimente mehr.» Sein Vertrag läuft Ende des Jahres aus.

Der Sechstage-Sieger von Dortmund (an der Seite Zabels) und Top-Favorit von Berlin rechnet in diesem Jahr bei der Tour (7.-29. Juli) wieder mit seinem Kapitän Jan Ullrich in Gelb: «Ich hoffe, es funktioniert und Jan bekommt seine Gewichtsprobleme in den Griff. Das ist für uns dann alle leichter. Ich glaube, er hat es kapiert. Ich erwarte ein Riesen-Duell zwischen dem wegen seiner überwundenen Krankheit vielleicht mental etwas stärkeren Lance Armstrong und dem körperlich stärksten Talent von allen, Jan Ullrich».

Abgesehen von Krankheit und Stürzen gelten schon jetzt bei Telekom neben Ullrich und Zabel, Livingston, Andreas Klöden (Cottbus), Alexander Winokurow (Kasachstan), Gianmatteo Fagnini und Giuseppe Guerini (beide Italien) als gesetzt für die Tour. Der von Aldag gefürchtete Elli, im Vorjahr fünf Tage bei der Tour in Gelb, soll in diesem Jahr seine ganze Kraft dem Giro d`Italia widmen, so dass er für die Tour eigentlich nicht vorgesehen ist.

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