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06.04.2008 - (rsn/dpa/sid) – Stijn Devolder (Quick Step) hat in beeindruckender Manier die 92. Flandern-Rundfahrt gewonnen. Der 28-jährige belgische Meister triumphierte nach 264km von Brügge nach Merbeke als Solist mit 14 Sekunden Vorsprung auf seine Landsmann Nick Nuyens (Cofidis) und den Spanier Juan Antonio Flecha (Rabobank). Hinter Vorjahressieger Alessandro Ballan (Lampre) wurde der US-Amerikaner George Hincapie (High Road) Fünfter.
Devolder, der Februar trotz Sturzes die Algarve-Rundfahrt gewonnen hatte, zählte zu den stärksten und aktivsten Fahrern des Tages. Ab etwa der Mitte des Rennens zeigte sich der als etatmäßiger Boonen-Helfer vorgesehene Belgier immer wieder in Spitzengruppen. Als es rund 26km vor dem Ziel zu einem erneuten Zusammenschluss zwischen Ausreißern und Verfolgern gekommen war, machte sich Devolder am drittletzten von insgesamt 17 Anstiegen, den berühmten „Hellingen“, auf und davon. Als Solist erarbeitete er sich schnell einen Vorsprung von rund einer halben Minute und verteidigte ihn auch an der berühmten „Muur“ von Geraardsbergen, als aus dem Verfolgerfeld heraus die Favoriten um seinen Kapitän Tom Boonen, Ballan und Mailand-San Remo-Sieger Fabian Cancellara (CSC) attackierten.
Auch wenn Devolder die Flandern-Rundfahrt als sein Lieblingsrennen bezeichnet, war er bei seinen bisherigen vier Starts bei „de Ronde“ nicht über einen 21. Platz (2004) hinausgekommen. Vor erneut Hunderttausenden begeisterten Landsleuten gelang dem Allrounder am "höchsten flämischen Feiertag" der bisher größte Erfolg seiner Karriere.
Die 17 deutschen Starter, die sich wie alle Teilnehmer der Traditionsfahrt durch den flämischen Teil Belgiens zum Teil mit Regen, Schnee und niedrigen Temperaturen auseinandersetzen mussten, spielten am Ende keine Rolle.
Der drei Kilometer vor dem Ziel lebende Andreas Klier vom T-Mobile-Nachfolger High Road, 2005 hinter Booenen Zweiter, fuhr zwar bis ins Finale hinein in der ersten Verfolgergruppe , konnte aber ebenso wie der zweimalige „Ronde“-Vierte Erik Zabel (Milram) nicht in die Entscheidung eingreifen. Steffen Wesemann (Cycle Collstrop), 2004 Gewinner der Flandern-Rundfahrt und seit drei Jahren Schweizer Staatsbürger, stieg schon nach dem ersten Renndrittel vom Rad. Klier erreichte in der ersten Verfolgergruppe 24 Sekunden hinter Devolder als bester deutscher Fahrer das Ziel. Bester Milram-Fahrer war der 23-jährige Niederländer Niki Terpstra, der seine gute Frühjahrsform eindrucksvoll bestätigte und nach einem engagierten Rennen auf Platz 14 ins Ziel rollte.
Auch diesmal wieder war die Flandern-Rundfahrt von zahlreichen Stürzen überschattet. Böse erwischte es den Spanier Angel Gomez. Der Saunier Duval-Fahrer übersah 60 Kilometer vor dem Ziel einen zur Geschwindigkeitsminderung aufgestellten Blumenkübel, knallte voll dagegen und überschlug sich. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.
Trotz der zeitweise widrigen Witterungsverhältnisse mit Hagel, Regen und heftigem Wind war das Peloton lange hohes Tempo gefahren. Genau 94,8km legten die Fahrer in den ersten zwei Stunden zurück, wobei der Temposchnitt anfangs bei 49,5km/h lag.
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