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15.04.2008 - (dpa/rsn) - Prof. Werner Franke gibt im Fall Jan Ullrich nicht auf. Der Heidelberger Molekularbiologe hat die Einstellung des Bonner Betrugs-Ermittlungsverfahrens gegen den früheren Radprofi scharf kritisiert und dessen einstigen Sponsor Deutsche Telekom angegriffen.
«Seit gestern ist das Lügen vor Gericht - wie zum Beispiel die Abgabe einer falschen Versicherung an Eides statt - offenbar nicht mehr bestraft. Die haben in Bonn alles in einem Aufwasch mit eingestellt, auch meine Strafanzeige wegen falscher Versicherung an Eides statt», sagte Franke der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Zugleich nahm er Ullrich etwas in Schutz. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 sei letztlich «nur ein Opfer der Leute, die ihn eingesetzt haben für ihre Werbezwecke», sagte Franke dem ZDF. «Das Umfeld und seine Sponsoren waren ja beteiligt - die Telekom», behauptete er.
Das gegen ihn laufende Zivilverfahren will Franke vor dem Landgericht Hamburg mit dem einstigen Sportidol weiter ausfechten. «Ich habe das Angebot der Ullrich-Seite auf Einigung abgelehnt. Ich werde nur die Wahrheit akzeptieren und mich zu wehren wissen», betonte der Wissenschaftler.
Franke behauptet unter anderem, Ullrich habe Geld an ein «Madrider Dopingärzte-Konsortium» überwiesen. «Die firmieren unter dem Sammelkonto `Codes Holding`. Für den auf dieses Konto am 9. Januar 2006 von Jan Ullrich überwiesenen Betrag sind nach Fuentes' eigener Buchführung 35 000 Euro an ihn gegangen», sagte Franke.
Im Zuge der Einstellung der Bonner Ermittlungen ist für den Forscher eine «Hammer-Sensation» ans Licht gekommen. «Die Ausführungen von Herrn Apostel besagen ganz klar, die kriminelle Energie, die Jan Ullrich aufbringen musste, sei gering gewesen, weil es (Doping) alle gemacht hätten und es wohl auch der Sponsor T-Mobile gewusst beziehungsweise nachträglich nicht als Betrug empfunden habe.»
Allerdings finden sich in Apostels Presseerklärung keine Belege für diese Sichtweise. Die Telekom reagierte gelassen auf die Anschuldigungen. «Die Vorwürfe von Herrn Franke sind ja nun wirklich nicht neu», sagte Christian Frommert, Sponsoring-Leiter der Deutschen Telekom. «Aus unserer Sicht müssen wir nicht alles kommentieren.“
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