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16.04.2008 - Rom (dpa) - Danilo Di Luca kann aufatmen: keine Verurteilung wegen Dopings, keine Aberkennung des Giro d`Italia-Sieges, kein vorzeitiges und unehrenhaftes Ende seiner Karriere. Die Disziplinar-Kammer des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) sprach den 32-Jährigen vom Vorwurf des Dopings frei. «Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als den Giro zu gewinnen», sagte Di Luca erleichtert, der zur Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal in Rom war, sondern in Pescara trainierte.
Nach Ansicht von Richter Francesco Plotino gab es keine ausreichenden Beweise dafür, dass der damalige Liquigas-Kapitän nach der 17. Etappe des Giro d`Italia am 30. Mai 2007 eine unerlaubte Bluttransfusion vorgenommen habe. «Wir sind natürlich sehr zufrieden», sagte Di Lucas Verteidiger Federico Cecconi den Freispruch. «Endlich ist ihm Gerechtigkeit widerfahren», meinte Di Lucas Bruder Massimo unter Tränen im Gerichtssaal.
CONI-Chefankläger Ettore Torri hatte Di Lucas extrem geringe Hormonwerte am Abend der «Königsetappe» auf den Monte Zoncolan auf eine Bluttransfusion zurückgeführt und deshalb eine Sperre von zwei Jahren gefordert. Diese hätte für den Star des Pro-Continental-Team LPR das Karriere-Aus bedeutet. «Di Luca hat nichts von dem getan, was ihm die Anklage vorgeworfen hat», sagte Anwalt Cecconi. Di Luca habe dennoch einen «sehr hohen Preis» zahlen müssen, weil er «die Belastungen dieses Prozesses» habe ertragen müssen.
Entscheidend für Di Lucas Freispruch waren die neuen Experten-Gutachten. Am 1. April hatte das Gericht den Prozess vertagt, um die Laborwerte von unabhängigen Wissenschaftlern nochmals prüfen zu lassen. Diese kamen zu dem Ergebnis, dass die irregulären Hormonwerte Di Lucas bei der unangemeldeten Kontrolle nicht zwingend auf eine unerlaubte Bluttransfusion zurückzuführen sei.
Di Lucas Verteidiger erklärte zudem, dass eine solche Transfusion zwischen Etappenende und der überraschenden Kontrolle zeitlich gar nicht möglich gewesen wäre. Di Lucas merkwürdiger Hormonwert sei zustande gekommen, weil er nach der schweren Bergetappe sehr viel Wasser getrunken habe. Der Anklagevertreter Fabio Filocamo dagegen hielt die auch von Gutachtern angeführte Erklärung für Unsinn: «Der Sieger des Giro d`Italia wies den Hormon-Pegel eines Kindes auf, da kann man nicht sagen: `Ich habe Wasser getrunken`», sagte Filocamo im Verlauf des Prozesses.
Der ProTour-Gesamtsieger 2006, der gerade ein dreimonatiges Fahrverbot wegen seiner Verbindungen zu dem als Dopingarzt verurteilten Mediziner Carlo Santuccione abgesessen hat, startet nun am Sonntag zur Vorbereitung auf den Giro dItalia beim Giro d`Oro und ab Dienstag bei der Trentino-Rundfahrt. «Ich freue mich für Di Luca», meinte der Präsident des italienischen Radsportverbands, Renato Di Rocco.
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