Profi-Radsport

Tour de Romandie: Bennati holt Schlussetappe

Klöden ist bereit für den Giro

04.05.2008 - (rsn/dpa) - Andreas Klöden (Astana) hat auf der letzten Etappe der Tour de Romandie nichts mehr anbrennen lassen und sich souverän den Gesamtsieg vor dem Tschechen Roman Kreuziger (Liquigas) und dem Italiener Marco Pinotti (High Road) gesichert. Das letzte Teilstück über 159,4 Kilometer von Le Bouveret nach Lausanne gewann der Italiener Daniele Bennati (Liquigas) im Massensprint vor dem Schweizer Markus Zberg (Gerolsteiner) und Klödens kasachischen Teamkollegen Maxim Iglinsky .

Björn Schröder vom Team Milram zeigte im Sprintfinale ebenfalls eine starke Leistung und belegte als bester deutscher Fahrer den fünften Platz. Einen Rang dahinter folgte Prologsieger Mark Cavendish (High Road).

Klöden, erster deutscher Triumphator in der Geschichte der Tour de Romandie, hatte den Grundstein zum Gesamtsieg mit dem Erfolg beim Einzelzeitfahren am vergangenen Freitag in Sion gelegt. Am Samstag zeigte er auch auf der Königsetappe eine souveräne Leistung und verteidigte sein Gelbes Trikot. Der 32-jährige Cottbusser ist nach dem Zeitfahrerfolg und dem Gesamtsieg bei der anspruchsvollen Schweizer Rundfahrt, seinen ersten beiden Saisonsiegen, auch ein starkes Abschneiden beim Giro d`Italia zuzutrauen. «Jetzt könnte Andreas auch den Gesamtsieg beim Giro d`Italia ins Visier nehmen. Er müsste im Moment von unseren drei Kapitänen Alberto Contador und Levi Leipheimer, die alle in Italien mit am Start sein werden, der Stärkste sein. Nach dem ersten Giro-Zeitfahren werden wir sehen, wo er steht», sagte Philippe Maertens, der Sprecher des kasachischen Astana-Rennstalls, der überraschend von Giro-Chef Angelo Zomegnan nach der Start-Absage zu Beginn des Jahres nun doch den Zuschlag für die Italien-Rundfahrt erhielt.

Lange Zeit geprägt wurde die Etappe von einer fünfköpfigen Ausreißergruppe um die Schweizer Mathias Frank (Gerolsteiner) und Alexandre Moos (BMC), den Franzosen Jérôme Coppel (FDJ), den Russen Alexandre Botcharov (Credit Agricole) und den Niederländer Stef Clement (Bouygues Telecom). Ihr Maximalvorsprung von drei Minuten war jedoch 14 Kilometer vor dem Ziel wieder aufgebraucht. Im Anschluss versuchten mehrere Fahrer, darunter der Spanier Oscar Pereiro (Caisse d`Epargna) und der Belgier Nick Nuyens, einem Massensprint zu entkommen, jedoch ohne Erfolg.

Eine positive Bilanz der sechstägigen Rundfahrt durch die französischsprachige Schweiz zog Team Gerolsteiner. Zwar konnte Kapitän Markus Fothen die Erwartungen nicht erfüllen, doch für den 26-jährigen Kaarster sprangen andere in die Bresche. An erster Stelle der Italiener Francesco De Bonis, der die Königsetappe am Samstag gewann und sich das Bergtrikot der Rundfahrt sicherte. Der Schweizer Markus Zberg belegte die Etappenplätze zwei, drei und vier, und am Schlusstag zeigte sich der erst 21-jährige Schweizer Neoprofi Mathias Frank lange Zeit in der Ausreißergruppe des Tages. "Das Team hat auch heute wieder toll gearbeitet. Und fast hätte es erneut mit einem Etappensieg geklappt", so Gerolsteiners Sportlicher Leiter Reimund Dietzen nach dem Rennen. "Wir haben hier starke Ergebnisse und Leistungen abgeliefert. Darüber bin ich sehr happy. Ich hatte mir einiges erhofft. Was wir geleistet haben, hat die Hoffnungen aber übertroffen."

Im Hinblick auf den Giro konnte auch der T-Mobile-Nachfolger High Road mit dem Ausgang des Rennens zufrieden sein. Der Brite Mark Cavendish gewann den Prolog und trug einen Tag das Gelbe Trikot, der Italiener Marco Pinotti belegte in der Gesamtwertung mit 43 Sekunden Rückstand auf Klöden den dritten Rang und Pinottis junger Landsmann Morris Possoni sicherte sich die Sprintwertung. "Die Jungs haben gezeigt,dass sie bereit für den Giro sind", resümmierte High Roads Sportlicher Leiter Brian Holm.

Live-Ticker