Profi-Radsport

Bayern-Rundfahrt

Olympia-Schub: Pollack schlägt Ciolek

29.05.2008 - Neusäß (dpa/sid/rsn) - Der Olympiasieger und ehemalige Bahn-Weltmeister Olaf Pollack (Team Volksbank) ist auch auf der Straße noch ein Klasse-Sprinter. Der 34-Jährige aus Kolkwitz in Brandenburg gewann die 2. Etappe der Bayern-Rundfahrt über 219,9 Kilometer von Straubing nach Neusäß bei Augsburg im Massensprint.

Pollack besiegte dabei in einer knappen Entscheidung überraschend Vortagessieger Gerald Ciolek (High Road), der mit seinem zweiten Platz aber das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte. Als Dritter komplettierte der Berliner Björn Schröder das deutsche Podium.

Am Mittag hatte Pollack als einer der ersten 79 Sportler vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) das Peking-Ticket erhalten. Dort will der Vizeweltmeister im Madison auf der Bahn eine Medaille holen: "Das ist ein Tag mit doppelter Freude für mich. André Korff hat mir großartig den Sprint angefahren. Ich muss mich bei ihm bedanken“, meinte er im Ziel. «Zum Schluss habe ich die besten Beine gehabt», so Pollack weiter, «jetzt muss ich mal sehen, was morgen geht, dann will ich beim Zeitfahren gut abschneiden und vielleicht kann ich am letzten Tag noch mal zuschlagen.» Ciolek freute sich, dass er weiter in Gelb fährt, «aber wenn ich ehrlich bin, ärgere ich mich sehr über den verpassten Etappensieg».

Der US-Rennstall High Road wollte seinen Kapitän Ciolek bei der Zielankunft in Schwaben mit aller Macht zum zweiten Tagessieg führen, doch die Anstrengungen waren umsonst. Pollack, der im Winter von Wiesenhof zum Volksbank-Team nach Österreich gewechselt war, bewies seine Sprinterqualitäten und feierte seinen ersten Etappensieg in Bayern. Ciolek verpasste nur knapp den zweiten Tagessieg, trägt aber auch auf der 189,5 km langen 3. Etappe am Freitag von Donauwörth nach Würzburg das Gelbe Trikot. Die insgesamt 770 km lange Rundfahrt endet am Sonntag in Erlangen.

Auch die 2. Etappe wurde bei großer Hitze und Temperaturen von 33 Grad von zahlreichen Ausreißversuchen geprägt, die aber allesamt ohne Erfolg blieben. Den größten Vorsprung von 10:45 Minuten fuhr das Trio Karsten Heß (Thüringer Energie Team), Frank Scherzinger (Team 3C) und Stefan Ganser (Kuota-Senges) heraus, das aber auf den beiden Schlussrunden im Zielort zehn Kilometer vor dem Ziel allerdings vom Hauptfeld eingeholt wurde. Gute Arbeit leisteten besonders High Road mit Ciolek und das Milram-Team mit Lokalmatador Sebastian Schwager, die mit ständigen Temposteigerungen dafür sorgten, dass das Ausreißer-Trio gestoppt wurde.

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