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30.06.2008 - Lausanne (dpa/sid) - Floyd Landis muss seinen Tour-Gesamtsieg 2006 definitiv abschreiben. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne wies die Beschwerde des US-Amerikaners gegen seine Dopingsperre zurück. Bestätigt wurde neben der zweijährigen Sperre auch die Aberkennung der Siegprämie in Höhe von 450.000 Euro.
Zudem muss der 32-Jährige 100.000 Dollar (63. 450 Euro) Verfahrenskosten an die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA zahlen, teilte der CAS mit. Mit der Entscheidung ging ein monatelanger Justizmarathon zu Ende. Landis kann nun nicht weiter gegen die Aberkennung seines Tour-Erfolgs 2006 und seine noch sieben Monate dauernde Sperre Beschwerde vor einer Sportgerichtsbarkeit einreichen. Anstelle des früheren Edel-Helfers von Tour-Rekordsieger Lance Armstrong wird weiter der zuvor zweitplatzierte Spanier Oscar Pereiro (Caisse d’Epargne) als Sieger der Tour de France 2006 in den Listen der Tour de France geführt.
Landis war vor zwei Jahren auf der 17. Tour-Etappe des Testosteron- Dopings überführt und am 20. September vergangenen Jahres von einem US-Schiedsgericht mit 2:1 Stimmen schuldig gesprochen worden. Der ehemalige Phonak-Kapitän verlor sein Gelbes Trikot und wurde bis 30. Januar 2009 gesperrt. Der Radsport-Weltverband UCI ernannte daraufhin Pereiro zum Gesamtsieger. Ende November 2007 entschied sich Landis dazu, das Urteil anzufechten, obwohl ihn die erste Anhörung bereits rund zwei Millionen Dollar gekostet hatte.
Mitte März wurden im Zuge des Verfahrens 14 Zeugen von den CAS- Richtern in New York gehört, zudem lagen zehn schriftliche Aussagen vor. Es dauerte aber weitere drei Monate, bis der Fall Landis jetzt endgültig zu den Akten gelegt wurde.
Landis hatte die 17. Etappe nach Morzine nach 130km langer Alleinfahrt über mehrere Alpenpässe gewonnen. Seine Leistung mutete auch deshalb geradezu unglaublich an, weil er am Tag zuvor völlig eingebrochen war und über zehn Minuten auf die Konkurrenz eingebüßt hatte. Nach Bestätigung durch die B-Probe wurde Landis von seinem inzwischen aufgelösten Schweizer Rennstall entlassen und bestritt seit der Tour kein Rennen mehr.
Am 30. Januar 2007 hatte Landis den freiwilligen Startverzicht bis zum Ende des Verfahrens erklärt. Dieses Datum wurde im Urteil als Beginn der zweijährigen Sperre festgelegt. Im längsten Sportgerichtsverfahren der USA war er im vergangenen Herbst vor dem US-Schiedsgericht gescheitert, wollte aber nicht aufgeben. Bis dahin hatten die Spendenaufrufe statt der erhofften zwei Millionen nur 150.000 Dollar erbracht.
Landis war 2005 von Discovery Channel zum Schweizer Phonak-Team gewechselt. Der Rennstall galt seit Jahren als dopingverseucht. Nach dem Fall Landis löste Teamchef Andy Rihs die Mannschaft zum Saisonende auf.
Die Frankreich-Rundfahrt 2006 war bereits vor dem „Fall Landis“ zu einem Skandal geworden. Erste Ermittlungen der in Spanien angelaufenen Operacion Puerto hatten am Tag vor dem Tour-Auftakt zum Ausschluss der Favoriten Jan Ullrich, Ivan Basso und Alexander Winokurow geführt.
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