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04.02.2001 -
Tabor (dpa) - Hanka Kupfernagel hat bei den Cross- Weltmeisterschaften im tschechischen Tabor wieder Gold geholt - die deutschen Männer fuhren dagegen hinterher. Die 26-jährige Olympia- Zweite von Sydney errang überlegen den WM-Titel und holte damit die einzige Medaille für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR).
Die Berlinerin, die sich vor zwei Monaten von ihrem Ehemann und Trainer Torsten Wittig getrennt hatte, wiederholte nach vier Runden auf dem 2,85 Kilometer langen, tiefgefrorenen Rundkurs ihren Triumph vom Vorjahr. Abgeschlagen landete die Niederländerin Corine Dorland mit 35 Sekunden Rückstand auf Rang zwei.
Damit ist Hanka Kupfernagel weiter die Vorzeige-Athletin im BDR, der den altgedienten Peter Weibel gerade zum Cross-Trainer berufen hat. Im Elite-Rennen hatten die deutschen Männer am Sonntag über zehn Runden erwartungsgemäß nichts zu bestellen. Der deutsche Meister Tobias Nestle aus München wurde mit 3:42 Minuten Rückstand auf den neuen Weltmeister Erwin Vervecken aus Belgien 18. WM-Silber holte der einheimische Petr Dlask (1 Sekunde zurück), Bronze Mario de Clercq (Belgien/14). Titelverteidiger Richard Groenendaal (Niederlande) stürzte und wurde nur 24.
«Hanka ist einfach eine Ausnahme, sie ist eine Klasse für sich. Die Arbeit mit ihr macht Spaß, sie hat eine absolut professionelle Einstellung und davon können unsere Fahrerinnen lernen», schwärmte Straßen-Coach Weibel, der auch die Männer in den nächsten drei Jahren wieder in die Weltspitze führen will.
Auch ein Jahr nach der WM-Premiere im Frauen-Cross hatte die Berlinerin keine allzu große Mühe mit der Konkurrenz. Fast nach Belieben bestimmte sie den Rennverlauf. «Eigentlich wollte ich mich in der ersten Runde noch etwas zurückhalten, aber da habe ich gesehen, dass die anderen auch nur abgewartet haben.» Prompt folgte ihre Antwort: Schon in den ersten Laufpassagen setzte sie sich an die Spitze und gab die Führung nicht mehr ab.
Trotz des Erfolges sparte die Pferdeliebhaberin nicht mit Kritik am Welt-Radsportverband UCI: «Das Rennen auf 30 Minuten zu verkürzen, ist ein Fehler. Über diese Distanz fahren doch die 13-jährigen Schüler. So wird der Frauenradsport im Cross keine allzu große Zukunft haben. Ich hoffe, die UCI wird die Distanz wieder auf 40 Minuten ausdehnen.»
Der Entschluss, privat neue Wege zu gehen, gab ihr zusätzliche Motivation und neues Selbstvertrauen. Die Erfolgsserie - der WM- Titel war ihr 12. Sieg in diesem Winter - will Hanka Kupfernagel nun auch auf der Straße fortsetzen. Dabei sieht sie keine Schwierigkeiten, jetzt in einem Team mit der dreifachen Olympiasiegerin Leontien Zijlaard zu stehen: «Wir sind zwei unterschiedliche Menschen, sie hat ihre Stärken bei den Klassikern, ich bei den Rundfahrten und so können wir uns gegenseitig ergänzen.»
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