Profi-Radsport

Schumachers Attacke wird nicht belohnt

Valverde eröffnet die Tour mit einem Paukenschlag

05.07.2008 - Plumelec (dpa/rsn) - Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne), einer der Top-Favoriten der 95. Tour de France, hat die Rundfahrt mit einem Paukenschlag eröffnet. Der 28-jährige Spanier gewann die 1. Etappe über 197,5km von Brest nach Plumelec und durfte damit zum ersten Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot überziehen. Der Spanische Meister wartete im 1,7 km langen, durchschnittlich 6,2 % steilen Schlussanstieg hinauf zur Côte de Cadoual den richtigen Moment ab und setzte sich mit einem explosiven Antritt überlegen mit einer sekunden Vorsprung vor dem Belgier Philippe Gilbert (Fdjeux) und dem Franzosen Jerome Pineau (Bouygues Telecom) durch. Kim Kirchen (Columbia) wurde Vierter.

Auch Stefan Schumacher (Gerolsteiner) zählte im Finale zu den bestimmenden Fahrern. Der 26-jährige Nürtinger hatte auf dem letzten Kilometer eine vielversprechende Attacke gestartet, wurde aber wenige hundert Meter vor dem Ziel von Kirchen gestellt. Der Luxemburger sah bereits wie der Sieger aus, musste Valverde aber noch an sich vorbeiziehen lassen.

Am Ende landete Schumacher als bester deutscher Fahrer mit seiben sekunden Rückstand auf Valverde auf Platz 20, zwei Plätze vor Erik Zabel (Milram), der 1997 in Plumelec eine Etappe hatte gewinnen können. Die mit großen Ambitionen gestarteten Gerald Ciolek (Columbia) und Fabian Wegmann (Gerolsteiner) konnten ebenfalls nicht in die Entscheidung eingreifen.

Hinter Kirchen landete der Italiener Riccardo Ricco (Saunier Duval) auf dem fünften Platz. Der Tour-Favorit Cadel Evans (Silence-Lotto) gab sich als Sechster keine Blöße und verlor ebenfalls nur eine Sekunde. Hinter dem 31-jährigen Australier belegten zeitgleich der Luxemburger Fränk Schleck (CSC), der Italiener Filippo Pozzato (Liquigas) und der Spanier Oscar Freire (Rabobank) die nächsten Plätze – alles Fahrer, mit denen man auf der anspruchsvollen Etappe rechnen musste.

Die Zielanfahrt war identisch mit der Streckenführung von vor elf Jahren: Die letzten 1,7 Kilometer wiesen eine durchschnittliche Steigung von 6,2 Prozent auf. Das Finale ähnelte dazu dem des Frühjahrs-Klassikers Amstel Golde Race, den Damiano Cunego (Lampre) im April gewonnen hatte. Der kleine Italiener spielte am ersten Tag in der Bretagne, der Heimat des fünffachen Toursiegers Bernard Hinault, allerdings keine Rolle und platzierte sich zwischen Schumacher und Zabel auf Rang 21.

Eine Schrecksekunde erlebte das Team Gerolsteiner. Der frisch gebackene Deutsche Meister Fabian Wegmann aus Freiburg stürzte 52 Kilometer vor dem Ziel, konnte aber unverletzt weiter fahren. Er gehörte zu denjenigen, die sich für den Tour- Auftakt einiges ausgerechnet und Attacken angekündigt hatten.

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