Zitat der Woche:
"Ich habe mich verpflichtet, für den Besten zu fahren. "
(Lance Armstrong zu seinem Start bei der Tour de France 2009)
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16.07.2008 - (sid/rsn) - Überführt, abgeführt, ausgeschlossen: Der zweite Dopingfall der Tour war in nur 60 Minuten abgewickelt. Nachdem das Team Barloworld am Mittwochmorgen um 9.00 Uhr vom positiven Doping-Test seines Fahrers Moises Duenas unterrichtet, der Spanier anschließend abgeführt und sein Zimmer durchsucht worden war, deutete im Hotel "Le Rex" in Tarbes schon um 10.00 Uhr nichts mehr auf die vorherige Razzia hin. Kurz darauf verließen die verbliebenen sieben Radprofis des britischen Rennstalls die Teamunterkunft Richtung Start der 11. Etappe in Lannemezan.
Am vergangenen Freitag hatte mit Manuel Beltran vom Team Liquigas nach einer positiven EPO-Probe bereits ein erster Spanier die Tour verlassen müssen. UCI-Präsident Pat McQuaid übte unterdessen scharfe Kritik am spanischen Radsport: "Es ist interessant, dass ausgerechnet Spanien nun schon den zweiten Dopingfall hat - dort ist die Botschaft offenbar langsamer angekommen", meinte der Ire, der den neuen Doping-Sünder hart angriff: "Er ist ein Idiot."
Auch Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer war nicht überrascht, dass erneut ein Spanier aufflog: "Das passt ins Bild. Ich kenne den Fahrer nicht, aber um so einen ist es nicht schade", sagte der 54-Jährige: "Es wäre dramatischer, wenn es einen namhafteren Fahrer oder ein anderes Team beträfe. Aber ich bin überzeugt, dass die Zahl der Unbelehrbaren inzwischen deutlich gesunken ist. Auch dieser Fall wird seine abschreckende Wirkung haben."
Derweil zeigten sich die übrigen Barloworld-Fahrer am Etappenstart bitter enttäuscht von ihrem Teamkollegen. "Natürlich erwartet man nicht, dass sowas in der eigenen Mannschaft passiert. Ich kann nur sagen, dass wir anderen damit nichts zu tun haben und uns weiter auf unser Rennen konzentrieren werden", sagte der Südafrikaner Robert Hunter. Und der Engländer Christopher Froome ergänzte: "Wir werden als Team jetzt noch enger zusammenrücken."Der 27-jährige Duenas Nevado hatte nach zehn Etappen als bester Fahrer seines Teams den 19. Platz der Gesamtwertung 6:43 Minuten hinter Spitzenreiter Cadel Evans (Lotto-Silence) belegt. Er fährt seine erste Saison bei Barloworld. Als Jungprofi hatte er sich durch den Gewinn der Tour de l'Avenir hervorgetan, im letzten Jahr die Regio-Tour gewonnen. Sein Sportchef Alberto Volpi zeigte sich verständnislos: "Für unser Team war es schon ein Erfolg, zur Tour eingeladen zu werden. Für uns geht es nicht um Siege, deshalb ist dieser Fall einfach unfassbar."
"Ich hatte noch nicht mal Zeit, mit Moises zu sprechen. Wir sind alle absolut schockiert", sagte Teammanager Claudio Corti, der Duenas Nevado sofort aus dem Rennen nahm. Ein Ausstieg der gesamten Mannschaft stand nicht zur Diskussion. "Daran haben wir keinen Gedanken verschwendet. Das Team hat mit diesem Fall nichts zu tun. Wir werden das Rennen selbstverständlich zu Ende fahren", sagte Teamsprecher Claudio Masnata.
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