Profi-Radsport

"Ich war nicht aufgeregt"

Sastre schafft die Sensation

26.07.2008 - (rsn/dpa/sid) - Am zweiten Triumphtag von Stefan Schumacher (Gerolsteiner) hat Carlos Sastre (CSC-Saxo Bank) den Gesamtsieg bei der 95. Tour de France praktisch unter Dach und Fach gebracht. Der 33-jährige Madrilene verteidigte einen Tag vor dem abschließenden Schaulaufen in Paris sein Gelbes Trikot. Sollte Sastre auf der Schlussetappe nicht stürzen, wird er wohl für den dritten spanischen Tour-Sieg nach Oscar Pereiro 2006 und Alberto Contador 2007 in Serie sorgen.

«Ich war nicht aufgeregt, obwohl es um die Chance meines Lebens geht. Ein Traum ist wahr geworden», sagte der überglückliche Kletterspezialist nach dem wichtigsten Rennen seines Lebens. «Das ist unglaublich. Er hat genau das gemacht, was er tun sollte», sagte Sastres Teamchef Bjarne Riis, im Jahr 1996 selbst Toursieger.

Dem jubelnden Sastre, der sich vor der Zieldurchfahrt bekreuzigte, reichte der zwölfte Platz, um seine Rivalen, allen voran den vermeintlich großen Tour-Favorit Cadel Evans (Silence-Lotto), in Schach zu halten. Die Führung in der Gesamtwertung hatte der Tourdritte von 2006 mit seinem Etappensieg in l’Alpe d'Huez erst am Mittwoch erkämpft. «Es gibt kein Erfolgsgeheimnis. Es ist meine Physis und meine enorme Fähigkeit, mich nach Strapazen schnell zu erholen. Außerdem hatte ich die beste Mannschaft», erklärte Sastre seine starke Leistung.

Sein Hauptkonkurrent Evans erwischte dagegen einen rabenschwarzen Tag und konnte seinen Rückstand von 1:34 Minuten lediglich um 29 Sekunden verkleinern. Der 31-Jährige, der letztlich Etappensiebter wurde, fand nie zu seinem Rhythmus und lag schon bei der ersten Zwischenzeit klar hinter Schumacher zurück. Auch gegenüber Sastre konnte Evans seine üblichen Qualitäten im Kampf gegen die Uhr nie ausspielen, sodass er in Paris wohl wie im vergangenen Jahr mit dem zweiten Gesamtplatz Vorlieb nehmen muss.