Zitat der Woche:
"Ich weiß nicht, ob ich mich daran gewöhnen werde, dass mich die Leute jetzt Sir Chris nennen."
(Der von der Queen zum Ritter geschlagene vierfache Bahn-Olympiasieger Chris Hoy)
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14.08.2008 - Peking (dpa) - Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) fürchtet sich bereits vor düsteren medaillenlosen Zeiten, aber Stefan Nimke klammert sich an die Hoffnung.
«Wir wollen unbedingt eine Medaille», sagte der Olympiasieger von Athen im Teamsprint, mit dem im Velodrom von Peking die olympischen Bahn-Wettbewerbe eröffnet werden. Nach der Pleite der Straßenfahrer fiebern die Verbands-Funktionäre den Ereignissen auf der Bahn entgegen. Im Zweier- Mannschaftsfahren mit den Vize-Weltmeistern Olaf Pollack (Kolkwitz) und Roger Kluge (Cottbus) hat der Verband neben dem Teamsprint die größten Aussichten auf Edelmetall.
Wie ein Menetekel steht bereits jetzt das Ergebnis von 1932 an der Wand: Nur von den Spielen in Los Angeles vor 76 Jahren mussten die deutschen Radsportler ohne Medaillen nach Hause reisen. Sonst gab es seit 1896 stets wenigstens eine. Anders als die Straßenfahrer gelten die Bahn-Spezialisten nicht zuletzt nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft in Manchester eher als unsichere Kantonisten. Aber Vorhersagen - siehe Straßenradsport - haben keine große Bedeutung. Daran klammert sich der BDR - und an den Terminplan. Nach der Bahn werden auch noch den Moutainbikern Medaillenchancen zugerechnet.
Nimke reklamiert die «besonderen Olympia-Gesetze» bei der Hatz um Edelmetall. «Wir sind heiß und wollen unbedingt eine Medaille. Warum soll es nicht klappen? Wir sind schließlich Titelverteidiger», sagte der Schweriner, der 2004 Gold mit den inzwischen nicht mehr aktiven René Wolff und Jens Fiedler geholt hatte. Diesmal fahren Maximilian Levy (Cottbus) und René Enders (Erfurt) an seiner Seite - in Manchester belegten sie Platz vier.
Ähnlich wie der Schweriner Sportsoldat Nimke im Team-Sprint den Part des erfahrenen Routiniers übernimmt, vertraut der Verband auch im Zweier-Mannschaftsfahren auf die Kombination aus Erfahrung und jugendlicher Unbekümmertheit. Dafür ist neben dem 34-jährigen Straßen-Profi Olaf Pollack der 22-jährige Roger Kluge zuständig. Nach Peking will er Pollack auf die Straße folgen und eine Profi-Karriere starten - wenn sich auf dem zur Zeit sehr angespannten Markt ein Arbeitgeber für ihn findet.
Verband und Nimke wollen die WM-Enttäuschung, die in den verpassten Olympia-Qualifikationen des einst so ruhmreichen Bahnvierers und der Einzelverfolger gipfelte, vergessen lassen. «Bei den Titelkämpfen in Manchester waren wir durch einen Virus geschwächt und starteten in erster Linie nur, um unsere Olympia-Qualifikation zu sichern. Hier sind wir stärker», versprach der Sprinter, der an seinen dritten Olympischen Spielen teilnimmt.
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