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"Ich habe großen Mist gebaut."
(Rückkehrer Patrik Sinkewitz zu seiner Dopingvergangenheit)
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28.08.2008 - (rsn/dpa) - 160 Fahrer werden am Freitag im österreichischen Kitzbühel den 3,6 Kilometer kurzen, technisch aber anspruchsvollen Prolog der Deutschland Tour in Angriff nehmen. Jede der insgesamt 18 Mannschaften - 18 ProTeams sowie zwei mit Wildcards ausgestattete Pro Continental Teams - geht mit je acht Fahrern an den Start. Obwohl die zeitgleich stattfindende Vuelta eine große Konkurrenz für die D-Tour bedeutet und die drei deutschen Stars Andreas Klöden, Stefan Schumacher und Erik Zabel in Spanien im Einsatz sein werden, können die Veranstalter ein starkes Fahrerfeld präsentieren.
Wird Jens Voigt (CSC-Saxo Bank) zum drittenmal nacheinander triumphieren oder kann der zuletzt in exzellenter Form fahrende Linus Gerdemann (Columbia) für eine Wachablösung sorgen? Der 25-jährige Gerdemann hat seinen Beinbruch aus dem Frühjahr offensichtlich gut überstanden und konnte in den letzten Wochen gleich mehrere Erfolge feiern. Nach seinen Siegen bei der Tour de l'Ain und der Coppa Agostini ist er für viele Beobachter deshalb erster Kandidat auf den Gesamtsieg der 1408,6 Kilometer langen ProTour-Rundfahrt von Tirol nach Bremen. „Es sind viele starke Fahrer dabei. Ich zähle mich zum erweiterten Favoritenkreis. Ich will kein Meister im Tiefstapeln sein, aber man muss realistisch sein: Bei mir ist vielleicht etwas wenig Konstanz da und ich habe noch muskuläre Defizite“, dämpfte Gerdemann die Erwartungen. Für den Münsteraner spricht neben der guten Form seine starke Columbia-Mannschaft, in der neben Tour-Etappensieger Marcus Burghardt, dem deutschen Zeitfahrmeister Bert Grabsch auch der Schwede Thomas Lövkvist als wichtiger Helfer bereit steht.
Aber auch Voigt weist die Favoritenrolle von sich. Er sei nicht in der Form des letzten Jahres, gab sich der 36-jährige Berliner zurückhaltend. Unterstützt wird der Titelverteidiger vom Silbermedaillengewinner des olympischen Zeitfahrens, dem Schweden Gustav Erik Larsson, dem US-Routinier Jason McCartney, dem jungen Dänen Chris Anker Sørensen sowie dessen Landsmann Nicki Sørensen.
Zum Start in Kitzbühel werden alle Augen auf Bernhard Kohl gerichtet sein. Seit seinem dritten Platz bei der Frankreich-Rundfahrt, bei der er sich zum neuen Bergkönig krönte, ist der Österreicher in seiner Heimat ein Volksheld. «Er hat bei der Tour wohl seine Körner verschossen», glaubt Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer, der am Donnerstag die Auflösung seines Rennstalls zum Saisonende bekannt gab. In der Gesamtwertung ein Wörtchen mitreden möchte auch Kohls Teamkollege Markus Fothen, der sich nach einer enttäuschenden Tour de France zuletzt bei der Regio-Tour in ansprechender Verfassung zeigte.
Zu den Favoriten auf den Gesamtsieg zählen neben Gerdemann und Voigt vor allem der kurzfristig von seinem Rabobank-Team gemeldete Russe Denis Mentschow und dessen Landsmann Vladimir Karpets, dessen Caisse d’Epargne-Team auch den Vorjahresdritten David Lopez gemeldet hat. Mit dem kletterstarken Duo Cyril Dessel und Stephane Goubert tritt die französische Ag2r-Equipe an. Chancen in der Gesamtwertung haben auch der junge Belgier Maxime Monfort (Cofidis) und der erfahrene Spanier Haimar Zubeldia (Euskaltel).
Da die Königsetappe bereits am zweiten Tag auf dem Programm steht, dürfen sich Ausreißerspezialisten wie der Franzose Thomas Voeckler (Bouygues Telecom), die Italiener Giovanni Visconti (Quick Step) und Leonardo Bertagnolli (Liquigas), der Schweizer Rubens Bertogliati (Scott), der Kasache Maxim Iglinsky (Astana),aber der Berliner Björn Schröder, der Rostocker Paul Martens (Rabobank) und Tour-Etappensieger Burghardt auf den folgenden Etappen berechtigte Hoffnungen machen.
Hochklassig besetzt ist das Feld der Sprinter. Gerald Ciolek, der im Vorjahr gleich drei Etappen gewonnen hatte, bildet mit seinem Teamkollegen André Greipel ein schlagkräftiges Duo, das es zu schlagen gilt. Robert Förster (Gerolsteiner) peilt ebenso einen Etappensieg an wie der Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole), die Australier Robbie McEwen (Silence-Lotto) und Graeme Brown (Rabobank), der Italiener Mirco Lorenzetto (Lampre), der Österreicher René Haselbacher (Astana), der Franzose Sebastien Chavanel (Fdjeux) und der Kolkwitzer Olaf Pollack (Volksbank).
Gleich zu Beginn des neuntägigen Rennens, bei dem ein rigides Anti-Dopingprogramm mit «intelligenten Kontrollen» und dem erstmaligen Einsatz von Insulin- Tests sauberen Sport garantieren soll, müssen die Favoriten die Karten offenlegen. Denn einen Tag nach dem Prolog im österreichischen Skiort Kitzbühel steht am Samstag schon die schwere Königsetappe hinauf nach Hochfügen auf dem Programm. «Es wird darauf ankommen, vom Start weg voll da zu sein», meinte Voigt, der als erster Fahrer zum dritten Mal das einzige deutsche ProTour- Etappenrennen für sich entscheiden könnte.
Im Anti-Dopingkampf setzt D-Tour-Chef Kai Rapp auf die enge Zusammenarbeit des Biochemischen Instituts der Sporthochschule Köln mit dem Weltverband UCI. «Das ist perfekt. Der Insulin-Test ist längst überfällig, weil man damit ein richtig weites Feld des bisher noch nicht entdecktes Betrugs abdecken kann», kommentierte Gerolsteiner-Chef Holczer den erstmaligen Einsatz des Verfahrens.
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